Der Stechlin (2)

Der Stechlin

Bild: atb

“Es gibt nichts, was uns so Demut predigte wie die Wahrnehmung von Entbehrlichkeit des einzelnen. Aber darauf kommt es nicht an. Worauf es ankommt, das ist Erfüllung unserer Pflicht.”

  • Theodor Fontane – Der Stechlin
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Der Stechlin

Der Stechlin

Bild: atb

“Er hörte gerne eine freie Meinung, je drastischer und extremer, desto besser. Daß sich diese Meinung mit der seinigen deckte, lag ihm fern zu wünschen. Beinah das Gegenteil. Paradoxen waren seine Passion. “Ich bin nicht klug genug, selber welche zu machen, aber ich freue mich, wenn’s andre tun; es ist doch immer was drin. Unanfechtbare Wahrheiten gibt es überhaupt nicht, und wenn es welche gibt, so sind sie langweilig.” Er ließ sich gern was vorplaudern und plauderte selber gern.”

  • Theodor Fontane – Der Stechlin

Istanbul

Istanbul

Bild: S. Fischer Verlage

“Wann immer ich von der Schönheit und Poesie Istanbuls, des Bosporus, den dunklen Straßen schwärme, warnt mich eine innere Stimme davor, es den Autoren vor mir gleichzutun und den Glanz der Stadt zu überzeichnen, um mir damit über die Unzulänglichkeiten meines eigenen Lebens hinwegzuhelfen. Kommt die Stadt uns schön und verzaubert vor, so sollte doch auch unser Leben so sein. Wenn diese Autoren sich am Reiz der Stadt berauschen, ergötze ich mich zwar an ihren Geschichten und ihrer blumigen Sprache, doch kommt mir unwillkürlich in den Sinn, daß diese Leute eben nicht mehr in den von ihnen beschriebenen Gegenden lebten, sondern der Bequemlichkeit des modernen Istanbul den Vorzug gaben.”

  • Orhan Pamuk in Istanbul – Erinnerungen an eine Stadt

Erhöre mein Flehen

Erhoere mein Flehen von Susanna Tamaro

Bild: randomhouse

“Die Wahrheit hängt vom Standpunkt ab”, hatte mein Vater eines Tages zu mir gesagt, “und da es unendlich viele Standpunkte gibt, sind auch die Wahrheiten unendlich viele. Wer behauptet, die Wahrheit in der Hand zu halten, hält in der anderen schon das Messer bereit, um sie zu verteidigen. Wer Gott auf seine Seite zieht, tut es, um dich anschließend zu töten. (…) Wahrheit und Tod gehen immer nebeneinander.”

  • Susanna Tamaro – Erhöre mein Flehen