Küssen

“Paare, die aneinander kleben, als hätten sie einen gemeinsamen Stoffwechsel, sind nervig, egal welchen Geschlechts und welcher sexuellen Orientierung. Aber gleiche Rechte heißt eben mehr, als nun auch die Möglichkeit zu besitzen, sich gemeinsam krankenzuversichern. Es ist auch das Recht, nervig zu sein, ohne dabei fetischisiert zu werden.”

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My Thoughts

What is happening in our world? What is being done to our world? Hating people is normal? Killing people because they don’t abide to some kind of norm is okay? I am scared. I am afraid. I don’t know what to do but I know, something needs to be done. This can’t go on like this.

When I heard about the shooting in Orlando, it hit me hard. Yet again, innocent lives were lost. Devastated families have to mourn loved ones. Men and women grieve their partners. Maybe it hit me harder than before because it hit closer to home. I am not talking about physical home – Paris, Brussels, Instanbul, etc. are far closer than Orlando – but emotional home, heart home. I am a gender queer lesbian and it took me a long time to come to terms with that. But now I have accepted who I am and try really hard to be proud of me, of who I am.

To find out there is somebody who shot 49 people just because they were queer was hard. But to find out that most of my friends didn’t even care, was even harder. Last Sunday I reached out to some of my queer friends to ask how they were doing and if they were okay. Turned out they were and I was the only one that was crying and confused and miserable. One of my friends said: “What can you do? People are stupid. There is nothing you can do about that.” Another one stated that we were fortunate to live in the open-minded country that we do and that we would have nothing to worry about as long as we kept our mouths shut (oh, the irony). I got the overall feeling of “I don’t care as long as it doesn’t effect me”. This carelessness made me sob. How could the situation get any better if we only care about ourselves. This won’t stop random shootings and terror attacks from happening again. If we don’t start caring about each other (again), where will this all end?

I didn’t feel better on Monday. The feeling inside me grew, that I needed to do something. I was reminded of an occation ten years or so ago. I was sitting around the dinner table with my family and my step-dad told me that he pictured a future me on a Greenpeace boat fighting to save the planet. A couple of weeks ago my colleague asked me why I became a vegan. It was because I was lactose-intolerant, right? “No, actually I am vegan to save the earth!” “That’s not a small goal.” “Yeah, I know. But somebody’s gotta do it.”

I need to reach down inside of me again to be that person. It sounds a lot like me. I am going to try to save the planet one tiny step at a time. Do I have any idea how to do it? No, not yet. But there are numerous possibilites. I want to start with not being afraid to tell people who I am. Making people see that diversity is good and not something they need to be afraid of. Only because something is different doesn’t mean it is bad. Homosexuality, religion, physique, race, gender is all part of a person but it doesn’t solemnly define one. We need to focus on what unites us instead of what keeps us apart. Nobody has ever changed the world in playing it safe! I need to do something. I want to fight. For a better world, for a better life, to end hate, to spread love and accpetance!

No, I am not okay…

The Imitation Game

Trailer

Meine Freundin hat mich gefragt, ob ich mit ihr in The Imitation Game gehe. Bis dahin hatte ich keine Ahnung, wovon der Film handelt und welche Schauspieler überhaupt mitspielen. Die einzigen beiden Dinge, die ich wusste, waren, dass der Film für einen Academy Award nominiert ist und dass meine Freundin mich nicht fragen würde, wenn sie nicht denken würde, dass er gut ist. Zwei Tage später saß ich im Kino, um mir Mortdecai anzuschauen, da lief der Trailer. Leider konnte ich nicht viel Text verstehen, weil eine lärmende Schulklasse noch ihre Plätze suchte. Aber welcher Film mit Benedict Cumberbatch kann schon schlecht sein?!? Richtig – keiner!

Die Haupthandlung spielt in den ersten Jahren des zweiten Weltkrieges. Eine Gruppe von Wissenschaftlern ist von der Regierung beauftragt, den nicht zu knackenden Enigma-Code, den die Deutschen zur Kommunikation nutzen, zu lösen. Unter den Wissenschaftlern ist Alan Turin, ein junger Mann höchster Intelligenz mit äußerst autistischen Zügen (meine Meinung). Der Umgang und die Kommunikation mit anderen Menschen fällt ihm schwer. Die anderen im Team sind kurz davor ihn rauszuschmeißen und seine Maschine, an der er arbeitet, zu zerstören, als sich Joan zu ihnen gesellt. Joan Clarke macht Alan klar, dass er nett zu seinen Kollegen sein muss, wenn sie ihm helfen sollen und sie erfolgreich arbeiten wollen. Nach und nach wächst die Gruppe zusammen, aber sie scheinen einer Lösung nicht näherzukommen. Es sieht so aus, als wäre der Enigma-Code tatsächlich unüberbrückbar und der Druck auf die Gruppe steigt.

The Imitation Game beruht auf einer wahren Geschichte. Benedict Cumberbatch spielt den genialen Alan Turing mit großer Hingabe. Am Anfang hat er mich ein wenig an Sherlock Holmes erinnert (und die Serie ist ohne Zweifel brilliant). Doch dann kommen immer mehr Nuancen zum Vorschein, die Alan Turing zu einem eigenstänigen differenzierten Charakter machen und ihn von Holmes abheben. In Rückblenden erlebt der Zuschauer Auszüge aus Alans Jugend im Internat. So bekommt man einen kleinen Eindruck, warum Alan so ist, wie er ist. In der Vorausschau, 1951, ermittelt ein Polizist in Turings Privatleben, denn bei ihm ist eingebrochen worden, aber er weigert sich, Anzeige zu erstatten. Das macht den Polizisten neugierig und er beginnt im Privatleben des Wissenschaftlers rumzuschnüffeln.

Turing selber ist in seinen eigenen Gedanken gefangen, spinnt Gedankenkonstrukte und ist dabei völlig unempfänglich für Ironie und Sarkasmus und stets der Wahrheit verpflichtet. Doch hinter all seiner Verschrobenheit merkt man auch eine tiefe Unsicherheit und Verletzheit. Irgendetwas steckt in ihm, was ihn nicht loslässt. Manchmal ist er wie ein Kind, so sehr kann er staunen und sich begeistern. Es war faszinierend, ihm bei seiner (sozialen) Entwicklung zuzuschauen. Keira Knightley als Joan Clarke ist genauso wie Cumberbatch für einen Academy Award nominiert und auch sie spielt ihre Rolle überzeugend. Sie hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Sie muss sich gegen die gesellschaftlichen Konventionen durchzusetzen und ihre Frau stehen. So zeigt der Film auf angenehme Art und Weise, dass eine Gesellschaft sich entwickeln, von der Norm abweichen muss, um sich zu entfalten.

The Imitation Game hat mich von der ersten Minute an gefesselt und mich erst im Abspann wieder frei gelassen. Ein absolut sehenswerter Film mit exzellenten Schauspielern und faszinierender Story.

Pride

Trailer

Es war einmal eine schöne Insel mit dem Namen Großbritannien. Auf dieser Insel lebten Minenarbeiter, die tagein tagaus ihr Bestes gaben, um die Inselbewohner mit genügend Kohle zu versorgen. Doch eines Tages hatten sie genug. Sie schuffteten und schuffteten, aber nie schienen die Anführerin, genannt Eiserne Lady, und ihre Kumpanen genug zu haben. Außerdem wurden die Minenarbeiter schlecht behandelt und bezahlt und eine Gesetzesänderung sollte es für sie noch schlimmer machen. Das wollten sie sich nicht gefallen lassen und beschlossen zu streiken. Die Inselbewohner konnten es nicht verstehen und hatten nur Spott und Hohn für die sie übrig. Auch die Polizei wollte ihnen nicht helfen, schlugen sie sogar und steckten manch einen ins Gefängnis. Währenddessen traf sich in der Hauptstadt eine Gruppe Homosexueller zu ihrem wöchentlichen Treffen. Auch sie litten unter der Ausgrenzung und der Unverständlichkeit gegenüber ihrem Lebens von Seiten den Bevölkerung. Weil sie die Situation der Minenarbeiter gut verstehen und nachvollziehen konnten, beschlossen sie, ihnen mit Geldspenden zu helfen. Die Organisation “Lesbians and Gays Support the Minors” (LGSM) war geboren. Es gab ein paar Verständnisschwierigkeiten zwischen den Minenarbeitern und den Lesben und Schwulen, aber nach einem Besuch in Wales wurden viele schnell Freunde, die einander schätzten. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute, könnte man sagen. Aber da war ja noch das Problem, dass die Minenarbeiter schlecht behandelt und unterbezahlt waren. So handelt der Film aber nicht vom Kampf für bessere Arbeitsbedingungen, sondern davon, wie sich Toleranz und Verständnis entwickeln, wenn zwei Randgruppen aufeinandertreffen.

“Pride” ist soviel lustiger, als es dieses ernste Thema vermuten lässt. Die Lacher schütteln einen von der ersten bis zur letzten Minute. Dabei wird es zwischendurch durchaus immer wieder ernst, aber Situationskomik, Ironie und Sarkasmus – teils typisch britischer schwarzer Humor – lassen keinen Trübsinn aufkommen. Auch die Achtziger Jahre werden anhand von Kleidung, Frisuren und vor allem Musik lebendig. Wenn Dominic West alias Jonathan zu ‘Shame Shame Shame’ groovt und dabei die walisischen Frauen über die Tanzfläche wirbelt, staunen die (heterosexuellen) Männer nicht schlecht. Es wird mit Vorurteilen gegenüber Homosexuellen aufgeräumt, wobei fast jedes Cliché einmal durchgespielt wird. Es sind keine Schönlinge und Adonisse, die auf der Leinwand agieren, sondern Menschen, die man jeden Tage auf der Straße sieht. Leute, wie du und ich. Dadurch ist die Identifikation mit den Personen so einfach. Wer hat nicht schon mal gedacht, dass er sich ungerecht behandelt oder ausgegrenzt fühlt. Alle Schaupieler und Schauspielerinnen sind großartig. Einen einzelnen rauszupicken, wäre ungerecht. Dass der Film auf wahren Begebenheiten beruht, macht ihn umso sehenswerter. Bei weitem eine der besten Komödien, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Unbedingt anschauen!