Das Orchideenhaus

Das Orchideenhaus

Bild: Golmann Verlag

“Harry war seit Langem klar, dass die Gene seines Vaters sich bei hm nicht durchgesetzt hatten. Seine Persönlichkeit ähnelte sehr seiner sanftmütigen, künsterlisch begabten Mutter Adrienne weit mehr. Allerdings leider auch in seiner Neigung zu unvermittelten Depressionen, in denen sich die Welt schwarz färbte und Harry sich abmühte, einen Sinn im Leben zu erkennen.”

  • Lucinda Riley – Das Orchideenhaus

Eine Frage der Zeit

Eine Frage der Zeit

Bild: btb

“Die Soldaten waren jetzt überall. Zwar wusste noch niemand mit Sicherheit, ob tatsächlich Krieg war, aber man konnte fühlen, dass er mit jedem Tag weiter um sich griff, und dass bald nichts von all dem, was bisher gegolten hatte, noch von Bedeutung sein würde. Der Krieg erfasste alles und machte sich alles untertan. Die Menschen waren nicht mehr Menschen, sondern Soldaten oder Zivilisten. Die Landschaft war keine Landschaft mehr, sondern der Raum zwischen Schützengräben, Maschinengewehrnestern und Straßensperren. Und die Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang war kein Tag mehr, sondern die Frist zwischen Morgenappell und Ausgangssperre.”

  • Alex Capus – Eine Frage der Zeit

Peter Pan

Peter Pan

Bild: Kneseback Verlag

Ich habe ja immer geglaubt, dass Peter Pan ein Kinderbuch ist. Als ich nun aber nun zu Kapitel 6 kam, war ich mir nicht mehr sicher. Lest selbst:

“Darauf antworteten sie [die verlorenen Jungen] eifrig:

“Na ja, ich glaub, auch dieses Haus
braucht Fenster hübsch und klein.
Dann gucken dort die Babys raus,
und Rosen gucken rein!”

Mit Faustschlägen zimmerten sie Fenster und große gelbe Blätter dienten als Jalousien. Aber Rosen…?

“Rosen!”, rief Peter streng.

Schnell taten sie so, als ob an den Wänden die lieblichsten Rosen wüchsen. Babys? Um zu verhindern, dass Peter Babys bestellte, sangen sie rasch weiter:

“Wir haben Rosen dir gebracht.
Die Babys sind am Tor.
Wir Jungs, wir wurden nicht gemacht,
denn uns gab’s schon zuvor.”

(…)

“Nach einer Weile schlief er [Peter] ein, und einige torkelnde Feen mussten über ihn hinwegklettern, als sie von einer Orgie nach Hause gingen. Sie hätten jeden anderen Jungen bestraft, der nachts den Feenpfad versperrt hätte. Aber Peter zwickten sie nur in die Nase und gingen weiter.”

  • J.M. Barrie – Peter Pan

Brideshead Revisited (2)

Brideshead Revisited

Bild: Back Bay Books

“She leaned forward to the locker for a box of cigarettes.

“No, thanks.”

“Light one for me, will you?”

It was the first time in my life that anyone had asked this of me, and as I took the cigarette from my lips and put it in hers, I caught a thin bat’s squeak of sexuality, inaudible to any but me.”

  • Evelyn Waughn – Brideshead Revisited

Brideshead Revisited

Brideshead Revisited

Bild: Back Bay Books

“Here at the age of thirty-nine I began to be old. I felt stiff and weary in the evenings and reluctant to go out of camp; I developed proprietary claims to certain chairs and newspapers; I regularly drank three glasses of gin before dinner, never more or less, and went to bed immediatley after the nine o’clock news. I was always awake and fretful an hour before reveille.”

  • Evelyn Waugh – Brideshead Revisited

The Dinner

Angerichtet

Bild: Kiwi

“Wenn ich Glück definieren müsste, dann bestimmt so: Glück genügt sich selbst, es braucht keine Zeugen. “Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich”, so lautet der erste Satz von Tolstois Anna Karenina. Ich könnte dem höchstens noch hinzufügen, dass die unglücklichen Familien – und bei diesen Familien insbesondere die unglücklichen Ehepaare – nie allein damit fertigwerden. Je mehr Zeugen, desto besser. Unglück ist immer auf der Suche nach Gesellschaft. Unglück erträgt keine Stille – vor allem nicht dieses unangenehme Schweigen, das aufkommt, wenn es alleine ist.”

  • Herman Koch – Angerichtet