Still Alice

Trailer

Dr. Alice Howland ist Professorin für Sprachwissenschaften an der Columbia University in New York. Zwischen ihrem Job und ihrer Familie hat sie ein erfülltes Leben, das sie in vollen Zügen genießt. Doch bei einem Gastvortrag in Los Angeles fällt ihr auf einmal ein Wort ihres vertrauten Fachvokabulars nicht mehr ein. Wenig später geht sie wie so oft Joggen und findet sich auf einmal in ihrer gewohnten Umgebung nicht mehr zurecht. Sie ist besorgt und lässt sich untersuchen. Dabei kommt heraus, dass Alice eine besondere Form von Alzheimer hat, die das Gehirn schon früh beeinträchtigt und schnell voranschreitet.Außerdem ist sie vererbbar. So begleiten die Zuschauer in Still Alice eine kluge und intelligente Mutter und engagierte, berufstätige Ehefrau dabei, mit der Diagnose Alzheimer fertig zu werden und den Alltag mit der Krankheit zu meistern.

Still Alice – mein Leben ohne Gestern berührt tief. Eine Frau, die Mitten im Leben steht, eine gute Ehe auf Augenhöhe führt, einen Ehemann, der sie liebt und hinter ihr steht hat, drei wunderbare Kinder groß gezogen hat und in ihrem Job voll aufgeht und Bestätigung findet, wird aus dem Leben gerissen. Dabei drückt der Film nicht gewollt auf die Tränendrüse, sondern portätiert eine starke Frau, die damit kämpft, sich mit ihrer Erkrankung zu arrangieren, sich mit ihr vertraut zu machen, um sich somit von ihr nicht unterkriegen zu lassen – ein würdiges Leben mit einer unwürdigen Krankheit. So versucht sie jeden Tag aufs neue ihr Leben zu genießen und daran zu arbeiten, den Menschen, der sie ist, nicht zu verlieren. Der Film berührt auch durch seine Ehrlichkeit. Es wird nichts beschönigt, aber auch nichts schlechter gemacht, als es ist. So sagt Alice ganz offen, dass es gute und schlechte Tage gibt und das spiegelt der Film wider. Die großartigen schauspielerischen Leistungen aller Mitwirkenden tragen den Film und machen ihn zu dem einfühlsamen und liebevoll inszenierten Drama, das er ist. Allen voran Julianne Moore, die für die Rolle als Dr. Alice Howland den diesjährigen Academy-Award als beste Hauptdarstellerin gewonnen hat. Durch den innigen Umgang mit ihrer Rolle, kommen Angst, Unsicherheit, Verzweiflung und Wut genauso zum Tragen wie ihr Mut, ihre Freude und ihre Hoffnung, dass dieser Tag ein guter Tag sein kann. Aber auch Alec Baldwin als ihr Ehemann Dr. John Howland überzeugt als karrieregetriebener, nicht immer sympathischer Pragmatiker. Überrascht hat mich Kristen Stewart als eigenwillige Tochter Lydia, die Jüngste der drei Geschwister, die nach Los Angeles gezogen ist, um dort einer Karriere als Schauspielerin nachzugehen. Stewart beweist als feinfühlende Lydia ein Gespür für ihren Charakter und füllt mit kleinen Nuancen in ihrem Spiel ihre Rolle voll aus.

Still Alice ist ein ehrlicher, berührender Film mit guten Schauspielern, der einen daran erinnert, aus jedem Tag das Beste zu machen.

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