Filmreise-Challenge #53: Die Bucht

Ich bin auf Bildungreise. Für #53 habe ich die Aufgabe mir eine Dokumentation anzuschauen. Ich habe mich für “Die Bucht” (OT: “The Cove”) von Louie Psihoyos entschieden.

Die Bucht Poster

Poster: drei freunde

Von dieser Dokumentation habe ich schon öfter gehört. Irgendwann, als ich mal wieder ziemlich nah an der Prokrastinationsgrenze war, habe ich mich auf YouTube von einem Video über zehn Dokumentarfilme, die schwer anzuschauen sind, berieseln lassen. Als “Die Bucht” dort auftauchte, habe ich nachgeschaut, ob er auf Prime verfügbar war und ihn auf meine “Watchlist” gesetzt. Dann hat es noch einmal ein wenig gedauert, bis ich mir die Doku tatsächlich angeschaut habe. Bin ich froh, dass ich ihn gesehen habe? Ja. War es hart? Stellenweise schon. Vor allen Dingen, weil ich vor mehreren Jahren schon die Dokumentation Blackfish gesehen habe und die beiden Hand in Hand gehen.

In der japanischen Küstenstadt Taiji beherrscht ein grausames Ritual die Abende. Fischer treiben Delfine in die Bucht. Dort suchen sich Besitzer von Delfinarien und Delfin-Trainer und Trainerinnen Tiere aus, die sie für ihre Parks und Shows geeignet finden. Dabei werden Jungtiere von ihren Familien getrennt. Alle Tiere, welche die Käufer und Käuferinnen nicht aussuchen, schlachten die Fischer brutal ab. Die Delfine können sich nicht mehr aus der Bucht befreien und werden systematisch erstochen. Allabendlich färbt sich die Bucht blutrot. Ric O’Barry, der früher den berühmten Delfin – oder besser gesagt: die berühmten Delfine – Flipper trainierte, ist, wie er selber sagt, aufgewacht und kämpft schon seit langem gegen dieses grausame, sinnlose morden. Um größere Aufmerksamkeit zu erreichen, hat er sich den Dokumentarfilmer Louie Psihoyos mit ins Boot geholt (Pun intended). Die Bucht zeigt, welche Schwierigkeiten die Crew und Filmer haben, diesen Film zu drehen. Diese Fischer haben etwas zu verbergen und auch die Maschinerie dahinter. Das ist von Anfang an klar. In welchem Ausmaß aber, wird erst am Ende deutlich.

Die Dokumentation ist spannend gedreht. Die beteiligten japanischen Fischer und Behörden sind nicht sympathisch. Sollen sie ja auch nicht sein. Das würde die Botschaft des Films zerstören. Andererseits denke ich, dass es noch verstörender wäre, wenn das sehr nette und zuvorkommende Menschen wären, die da mit größter Selbstverständlichkeit, die Delfine töten. So scheint den Beteiligten durchaus bewusst zu sein, dass das, was sie tun, nicht akzeptabel ist. Sonst wären die Sicherheitsvorkehrungen um die Bucht herum nicht so hoch. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass sich der Film auf seine eigene Weise darum bemüht, die andere Seite zu Wort kommen zu lassen, ist durch das Gezeigte deutlich, dass es in diesem Streit keinen Kompromiss geben wird.

Island, Norwegen und Japan sind die einzigen Länder, die immer noch Wale und Delfine jagen. Fangquoten gibt es – ja. Aber es gibt immer Wege diese zu umgehen. Ob legal oder illegal sei dahin gestellt. “Die Bucht” rüttelt auf. Er hat mich weiter zum Nachdenken angeregt. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Macht Geld hat und wie gierig Menschen sind. Nur weil wir, die Menschen, etwas tun können, heißt das noch lange nicht, dass wir es tun müssen. Ich kann sowohl “Blackfish” als auch “Die Bucht” empfehlen. Trotz der unbequemen, hart anzuschauenden Bilder und Geschichte, sollte aber der gesunde Menschenverstand nicht ausgeschaltet werden. Diese Dokumentationen sind schließlich dazu da, um zu polarisieren und zu schocken.

Bild Copyright: EuropaCorp Distribution

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