Die Filmreise-Challenge #7: Who killed Captain Alex?

Die Filmreise-Challenge #7 – Weltreise (Pauschalreise): Schaue einen Film aus einem afrikanischen Land.

Ich habe mir “Who killed Captain Alex? – Uganda’s First Action Movie” angesehen.

Captain Alex PosterWer auf Filme aus dem Hause Asylum steht oder generell Filme mag, die so sehr an den Haaren herbei gezogen sind, dass sie schon wieder witzig sind, dann ist er/sie hier genau richtig. Regisseur Nabwana Isaac Godfrey Geoffrey hat mit “Who killed Captain Alex?” tatsächlich Ugandas ersten Actionfilm erschaffen und der ist so schlecht, dass er schon wieder richtig gut ist. Das Budget des Actionkrachers ist verschwindend gering. Gedreht wurde er auf dem Jauchefeld in Nabwanas Heimatslum. Kurz nannte er es in “Wakaliwood” um. Als SchauspielerInnen fungieren Nabwanas Freundinnen und Freunde, die der Schauspielkunst mal mehr, mal weniger zugetan sind. Die Originalsprache ist Suaheli, doch es gibt einen englischen Untertitel und zusätzlich einen grandiosen Erzähler “Video Joker” Emmie. Ohne seine Kommentare wäre der Film nur halb so lustig.

In Kampala schlägt die Tiger Mafia um sich. Bei einer Konfrontation mit den Soldaten kommt Captain Alex ums Leben. Niemand hat etwas gesehen, niemand weiß etwas. Da schaltet sich sein Bruder ein. Er will den Tod des Captain rächen. Eine wilde Jagd entfacht. Alle ballern munter um sich und wenn das nicht mehr hilft, behelfen sich die Kämpfer mit atemberaubenden Kung-Fu Einlagen. Zu sehen ist der ugandische Bruce Lee, auch genannt Bruce U. Das Filmblut spritzt in alle Richtungen und bei den Faustkampfszenen klatschen die Akteure immer ein wenig zu spät. Die Gesichter der Piloten sind per Fotoshop in die Helikopter eingefügt. Eine Panflötenversion von Seals “Kiss from a Rose” rundet dieses amüsante Bild ab. Alles deutet eher auf ein Heimvideo hin. Und das sollte es ursprünglich auch sein. Doch eins ist klar: Für ein Erstlingswerk aus dem Hinterhof mit einem geschätzten Budget von 200 Dollarn ist dieser Film ein Meisterwerk.

Wer also siebzig Minuten Zeit hat, dem englischen mächtig ist, schlechte Bildqualität und abrupte Schnitte vertragen kann und “Mystery Science Theater 3000” zu anspruchsvoll findet, dem sei dieser Actionfilm wärmstens ans Herz gelegt. Ich habe mich bei einem Film lange nicht mehr so amüsiert.

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