DVD: Sergeant Rex

Sergeant Rex Poster

Bilder: Ascot Elite Home Entertainment

Letztes Jahr im Sommer hat mir meine Freundin den Trailer zu diesem Film geschickt. Sie wollte wissen, ob ich mit ihr ins Kino gehe, wenn er bei uns raus kommt. Eine lange Wartezeit, denn “Megan Leavey” – so der Titel im Original – hat es in Deutschland nie auf die große Leinwand geschafft. Nun erscheint er bei uns auf DVD und ich konnte ihn doch noch mit meiner Freundin schauen.

Warum “Sergeant Rex – Nicht ohne meinen Hund” nicht bei uns in den Kinos lief? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich, weil die Geschichte das deutsche Publikum abgeschreckt hätte. US-Militär, Marines, Auslandseinsatz im Irak, Bomben und Minen suchen, ist alles harter Stoff, der anscheinend eher für patriotische Amerikaner gemacht ist. Da ist es egal, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht.

Die titelgebende Megan Leavey kommt aus einer zerrütteten Familie. Mit ihrer Mutter versteht sie sich nicht, ihre Arbeit kotzt sie an und zu allem Überfluss ist vor einem Jahr ihr bester Freund, ihr Anker gestorben. Sie hat das Leben in der Einöde satt. Sie möchte raus. Kurzentschlossen meldet sie sich zum Militärdienst und kämpft sich dort bis zur Hundestaffel hoch. Ihr Partner ist Schäferhund Rex. Die beiden bilden bald ein eingespieltes Team. Früh, vielleicht zu früh, steht ihr erster Einsatz im Irak bevor. Nun wird es ernst. Das, wofür sie so intensiv trainiert haben, wird Realität und zerrt ganz schön an den Nerven. Leavey lernt dabei, was Vertrauen und Liebe sind und auch Rex scheint sich in Leaveys Nähe sichtlich wohl zu fühlen. Diese Verbindung findet ein jähes Ende, als die Tierärztin beschließt, dass Rex zu gefährlich ist, um außerhalb des Militärdienstes zu leben. Sie will ihn einschläfern. Von da an kämpft Leavey mit allen Mitteln, ihren Partner zu sich holen zu können, um ihm einen guten, würdigen Lebensabend zu bieten.

Meine Beschreibung des Films ist ein wenig irreführend. Die aktive Zeit der beiden nimmt mehr Erzählzeit in Anspruch, als Megans Kampf, Rex zu sich zu holen. Doch ist beides gleichermaßen wichtig, spannend und auch ergreifend. Kate Mara liefert eine überzeugende Performance ab. Dass sie sich selber als Tierliebhaberin bezeichnet, hat bestimmt geholfen, sich in die Rolle einzufinden und eine Verbindung zu ihrem Hund aufzubauen. Um die Soldatin authentisch zu porträtieren war es wohl auch nützlich, dass Megan Leavey und Kate Mara sich kennengelernt haben und Leavey öfter am Filmset war.

“Sergeant Rex” ist kein reiner Kriegsfilm, obwohl er die meiste Zeit über beim Militär spielt. Er zeigt so viel mehr als das. Dabei ist er sehr realistisch. Vor allem, weil er nicht mit Spezialeffekten überladen ist. Hier geht es um die Geschichte, nicht um die Action. Spannend ist der Film trotzdem. Gerade die kleinen, feinen, leisen Nuancen machen die Geschichte aus. Tiere urteilen nicht über Menschen. Sie nehmen sie so, wie sie sind. Sie merken, ob es jemand gut mit ihnen meint oder nicht. So wie Rex Leavey mit ihren Depressionen hilft, verurteilt Leavey Rex nicht, weil er genau so unter PTSD (Post Traumatic Stress Syndrome) leidet, wie viele Soldaten. Genau so wie er ihr Zeit gelassen hat, nimmt sie sich Zeit für ihn.

Wer Tiere liebt und nah am Wasser gebaut ist, wird in diesem Drama die ein oder andere Träne verdrücken. “Sergeant Rex” ist ein Film über Zusammenhalt, Mut und neue Chancen. Außerdem wirft er wie so oft wieder die Frage in den Raum, ob Tiere nicht doch die besseren Menschen sind.

Ab 12. Januar auf DVD erhältlich.

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