Me before You (Ein ganzes halbes Jahr)

 

Ein ganzes halbes Jahr Film

Bild: Warner Bros. GmbH

Trailer

Sowohl den englischen Originaltitel Me before You als auch die deutsche Übersetzung Ein ganzes halbes Jahr finde ich nicht sehr passend – weder für das Buch noch für den Film. Aber das ist bei Schnulzenfilmen ja oft so. Die Vorschau zum Film habe ich gesehen, als ich mir How to be Single angeschaut habe. Ich wusste, dass er furchtbar kitschig werden würde, aber trotzdem hat mich dieser Film magisch angezogen; so sehr, dass ich vorher sogar das Buch gelesen habe. Ich wusste also, was auf mich zukommt.

Will Traynor ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt und kann nur noch ein paar Finger und seinen Kopf bewegen. Der einst erfolgreiche Draufgänger ist nun nicht nur an einen Rollstuhl gefesselt, sondern auch der Pflege seiner Mitmenschen ausgeliefert. Er ist missmutig und ein grundsolider Zyniker. Seit dem Unfall wohnt er anstatt in London wieder bei seinen Eltern in einer iyllischen Kleinstadt. Seine Mutter stellt die lebensfrohe, eigensinnige Louisa Clark als seine neue Pflegehilfe ein, in der Hoffnung, dass ihr Charme und ihre Energie auf Will abfärben. Die Entwicklung der Geschichte ist von Anfang an klar. Das Ende, zum Glück, nicht.

Ich weiß nicht, ob ich den Film gut finde, weil ich das Buch vorher gelesen habe und somit Wissen habe, dass der ahnungslose Zuschauer nicht besitzt. Die Beziehung zwischen Lou und Will entwickelt sich im Film offensichtlich viel schneller als im Buch. Auch ist ein wichtiges Detail ausgelassen worden und, ich denke, der Einfachheit halber, ist Louisa gar nicht erst zu ihrem Freund Patrick gezogen. Das Ende ist furchtbar umgesetzt und der allerwichtigste Satz, den Will im Buch am Strand sagt, fehlt. Was mir dagegen gut gefallen, ist der Soundtrack. Eine gelungene Mischung aus upbeat-Pop und Schnulzenmusik und auch der Titelsong kann sich hören lassen – genauso kitschig, wie der Film.

Die Geschichte konzentriert sich nur auf Lou und Will. Alle Anderen sind nebensächlich. Sie sind ein hübsches Paar. Die Schauspieler Emilia Clarke und Sam Claflin passen optisch gut zusammen. Auch die Chemie zwischen ihnen stimmt und beide werden ihren Rollen gerecht. Louisas extravaganter Kleidungsstil ist unnachahmlich, unterstreicht ihre fröhliche Persönlichkeit und ist super umgesetzt.  Emilia Clarke trägt ihn mit Selbstbewusstsein und scheint sich wohl zu fühlen. Bei Sam Claflin hat mich beeindruckt, wie er es schafft, nur mit seinem Gesicht und wenigen Worten zu kommunizieren. Da sind alle Gefühlsregungen vertreten. Von Abscheu über Sarkasmus bis Freude ist alles da – nur Trauer hat er leider nicht so drauf.

Es ist ein unheimlich romantischer Film, der vor Kitsch nur so trieft, aber aus irgendeinem, mir nicht erklärbaren Grund, hat er mir  – das Ende ausgenommen – gefallen. Außerdem spricht er auf seine Art und Weise ein sehr wichtiges Thema an: Selbstbestimmtes Sterben.

 

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