Hail, Caesar!

Hail

Bild: Universal Pictures

Trailer

Bei Filmen der Coen-Brüder weiß ich am Ende nie, was ich von ihnen halten soll. Hail, Caesar! ist da keine Ausnahme. Es laufen mehrere Handlungsstränge nebeneinander und  am Schluss ist alles ein wenig verwirrend – aber das ist ja nichts neues.

Der Film spielt 1951 in der Traumfabrik Hollywood. In den verschiedenen Studios werden unterschiedliche Filme gedreht. In einem steht der gegenwärtige Publikumsliebling Hobie Doyle für den nächsten Film des Star-Regisseurs Laurence Laurentz vor der Kamera. Im nächsten Studio wird eine Wasserballettszene aufgenommen und wieder eine Tür weiter tanzen Matrosen für ein Musical auf den Tischen einer Bar. Das Hauptaugenmerk gilt aber der großen Produktion des Epos Hail, Caesar!, in dem Topstar Baird Whitlock die Hauptrolle spielt. Das Blatt wendet sich, als Baird Whitlock entführt wird und die “Zukunft” 100.000 Dollar Lösegeld für seine Freigabe verlangt. Eddie Mannix, Privatermittler der Capitol Studios, macht sich auf die Suche nach Whitlock und gerät dabei in so manche Schwierigkeit. Besonders, weil bald auch die Presse von einigen Machenschaften Wind bekommt und ein wenig Kommunismus darf natürlich auch nicht fehlen.

Die Coen-Brüder haben ein exzellentes Schauspielerensemble zusammenbekommen. Tilda Swinton in ihrer Doppelrolle als die Reporterzwillinge Thora und Thessaly Thacker ist superb. Eine tolle Persiflage auf die Klatschpresse. Hobie Doyle (Alden Ehrenreich), welcher der Inbegriff des lonesome Cowboys sein soll, der sich aber nichts sehnlicher wünscht, als ein wenig Nähe, ist so niedlich, dass man ihn einfach nur in den Arm nehmen möchte. Scarlett Johansson als Wassernixe DeeAnna Moran spielt nur eine Nebenrolle, aber ihr Sprung aus höchster Höhe in die Tiefen des Schwimmbeckens ist sehr schön anzuschauen (auch wenn klar ist, dass sie das nicht selber gemacht hat). Auch ihre Flirtkünste, die spontan an Jonah Hill abprallen, sorgen mindestens für einen breiten Schmunzler. Der verpeilte vermeintliche Hauptdarsteller Baird Whitlock (George Clooney) ist heller als man auf den ersten Blick meint. Es ist ihm anzusehen, wie seine grauen Zellen arbeiten – tolle Gesichtsausdrücke, tolle Mimik. Richtig beeindruckt hat mich Channing Tatum, der eine grandiose Steptanz-Nummer hinlegt. Das hat richtig Spaß gemacht und mich an alte Fred-Astair-Filme erinnert. Ein wenig habe ich mich wie Eddie Mannix, gespielt von Josh Brolin, gefühlt. Immer einen Schritt hinterher und trotzdem ist am Ende alles gut, obwohl wir nicht wirklich verstanden haben, warum. Gut, dass er nach Hause zu seiner umsorgenden Ehefrau gehen kann.

Ein toller Film. Ganz im Stil der Gebrüder Coen, eher so bizarr wie Burn After Reading weniger so deprimierend wie No Country for Old Men.

Hail, Caesar! – Ab heute auf DVD, Blu-Ray und VoD erhältlich.

Vom Ende der Einsamkeit

“Sie fuhr mit den Fingern die schartige Tischkante entlang, und auf einmal war jede Zuversicht aus ihrem Gesicht verschwunden. Ihr Mund zuckte, sie versuchte es zu überspielen, aber das Zucken kehrte zurück. Schließlich trat sie hinter mich und schlang wie früher als Kind ihre Arme um mich. Ich hielt sie fest und dachte an ein Boot, das vor langer Zeit vom Ufer abgestoßen worden war, nur ganz leicht. Doch in all den Jahren hatte es nie etwas gegeben, was diesen winzigen ersten Impuls aufgehalten hätte, und so trieb das Boot immer weiter allein aufs Meer hinaus…”

  • Benedict Wells – Vom Ende der Einsamkeit

 

Photo: Ramona Müller

Me before You (Ein ganzes halbes Jahr)

 

Ein ganzes halbes Jahr Film

Bild: Warner Bros. GmbH

Trailer

Sowohl den englischen Originaltitel Me before You als auch die deutsche Übersetzung Ein ganzes halbes Jahr finde ich nicht sehr passend – weder für das Buch noch für den Film. Aber das ist bei Schnulzenfilmen ja oft so. Die Vorschau zum Film habe ich gesehen, als ich mir How to be Single angeschaut habe. Ich wusste, dass er furchtbar kitschig werden würde, aber trotzdem hat mich dieser Film magisch angezogen; so sehr, dass ich vorher sogar das Buch gelesen habe. Ich wusste also, was auf mich zukommt.

Will Traynor ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt und kann nur noch ein paar Finger und seinen Kopf bewegen. Der einst erfolgreiche Draufgänger ist nun nicht nur an einen Rollstuhl gefesselt, sondern auch der Pflege seiner Mitmenschen ausgeliefert. Er ist missmutig und ein grundsolider Zyniker. Seit dem Unfall wohnt er anstatt in London wieder bei seinen Eltern in einer iyllischen Kleinstadt. Seine Mutter stellt die lebensfrohe, eigensinnige Louisa Clark als seine neue Pflegehilfe ein, in der Hoffnung, dass ihr Charme und ihre Energie auf Will abfärben. Die Entwicklung der Geschichte ist von Anfang an klar. Das Ende, zum Glück, nicht.

Ich weiß nicht, ob ich den Film gut finde, weil ich das Buch vorher gelesen habe und somit Wissen habe, dass der ahnungslose Zuschauer nicht besitzt. Die Beziehung zwischen Lou und Will entwickelt sich im Film offensichtlich viel schneller als im Buch. Auch ist ein wichtiges Detail ausgelassen worden und, ich denke, der Einfachheit halber, ist Louisa gar nicht erst zu ihrem Freund Patrick gezogen. Das Ende ist furchtbar umgesetzt und der allerwichtigste Satz, den Will im Buch am Strand sagt, fehlt. Was mir dagegen gut gefallen, ist der Soundtrack. Eine gelungene Mischung aus upbeat-Pop und Schnulzenmusik und auch der Titelsong kann sich hören lassen – genauso kitschig, wie der Film.

Die Geschichte konzentriert sich nur auf Lou und Will. Alle Anderen sind nebensächlich. Sie sind ein hübsches Paar. Die Schauspieler Emilia Clarke und Sam Claflin passen optisch gut zusammen. Auch die Chemie zwischen ihnen stimmt und beide werden ihren Rollen gerecht. Louisas extravaganter Kleidungsstil ist unnachahmlich, unterstreicht ihre fröhliche Persönlichkeit und ist super umgesetzt.  Emilia Clarke trägt ihn mit Selbstbewusstsein und scheint sich wohl zu fühlen. Bei Sam Claflin hat mich beeindruckt, wie er es schafft, nur mit seinem Gesicht und wenigen Worten zu kommunizieren. Da sind alle Gefühlsregungen vertreten. Von Abscheu über Sarkasmus bis Freude ist alles da – nur Trauer hat er leider nicht so drauf.

Es ist ein unheimlich romantischer Film, der vor Kitsch nur so trieft, aber aus irgendeinem, mir nicht erklärbaren Grund, hat er mir  – das Ende ausgenommen – gefallen. Außerdem spricht er auf seine Art und Weise ein sehr wichtiges Thema an: Selbstbestimmtes Sterben.

 

My Thoughts

What is happening in our world? What is being done to our world? Hating people is normal? Killing people because they don’t abide to some kind of norm is okay? I am scared. I am afraid. I don’t know what to do but I know, something needs to be done. This can’t go on like this.

When I heard about the shooting in Orlando, it hit me hard. Yet again, innocent lives were lost. Devastated families have to mourn loved ones. Men and women grieve their partners. Maybe it hit me harder than before because it hit closer to home. I am not talking about physical home – Paris, Brussels, Instanbul, etc. are far closer than Orlando – but emotional home, heart home. I am a gender queer lesbian and it took me a long time to come to terms with that. But now I have accepted who I am and try really hard to be proud of me, of who I am.

To find out there is somebody who shot 49 people just because they were queer was hard. But to find out that most of my friends didn’t even care, was even harder. Last Sunday I reached out to some of my queer friends to ask how they were doing and if they were okay. Turned out they were and I was the only one that was crying and confused and miserable. One of my friends said: “What can you do? People are stupid. There is nothing you can do about that.” Another one stated that we were fortunate to live in the open-minded country that we do and that we would have nothing to worry about as long as we kept our mouths shut (oh, the irony). I got the overall feeling of “I don’t care as long as it doesn’t effect me”. This carelessness made me sob. How could the situation get any better if we only care about ourselves. This won’t stop random shootings and terror attacks from happening again. If we don’t start caring about each other (again), where will this all end?

I didn’t feel better on Monday. The feeling inside me grew, that I needed to do something. I was reminded of an occation ten years or so ago. I was sitting around the dinner table with my family and my step-dad told me that he pictured a future me on a Greenpeace boat fighting to save the planet. A couple of weeks ago my colleague asked me why I became a vegan. It was because I was lactose-intolerant, right? “No, actually I am vegan to save the earth!” “That’s not a small goal.” “Yeah, I know. But somebody’s gotta do it.”

I need to reach down inside of me again to be that person. It sounds a lot like me. I am going to try to save the planet one tiny step at a time. Do I have any idea how to do it? No, not yet. But there are numerous possibilites. I want to start with not being afraid to tell people who I am. Making people see that diversity is good and not something they need to be afraid of. Only because something is different doesn’t mean it is bad. Homosexuality, religion, physique, race, gender is all part of a person but it doesn’t solemnly define one. We need to focus on what unites us instead of what keeps us apart. Nobody has ever changed the world in playing it safe! I need to do something. I want to fight. For a better world, for a better life, to end hate, to spread love and accpetance!

No, I am not okay…

Depression

“Ich habe aufgehört, die Frage “Wie geht es dir?” zu beantworten, wenn ich merke, dass mein Gegenüber nicht auf eine ernst gemeinte Antwort aus ist. Ich hab allerdings auch aufgehört, sämtliche Gebrechen, die man als Depressiver so hat, aufzuzählen. “Scheiße” muss als Antwort reichen. Und mit “scheiße” kann eigentlich jeder etwas anfangen, weil es jedem schon mal scheiße ging.”

  • Jana Seelig

Love hurts

How can you judge me if you don’t know me? How can you make assumptions about me based on who I love, who I kiss, who I sleep with? You can’t! You don’t know me. But yet, you feel entitled to tell me that what I feel is wrong. In fact, so wrong, you might feel the urge to curse at me, beat me up or even kill me. This is not how it works or at least not how it should work. I am ashamed, I am sad, I am confused, I am mad. But most of all I don’t understand. We are all humans! Today Love Hurts! My thoughts are in Orlando!