Suffragette

Trailer

Der Film Suffragette – Taten statt Worte befasst sich mit dem Kampf um das Frauenwahlrecht in England. Wir befinden uns in London Anfang des letzten Jahrhunderts. Die Protagonistin Maud ist bereits im Waschhaus, in dem sie seit ihrem siebten Lebensjahr arbeitet, geboren worden. Mittlerweile ist sie Anfang zwanzig und lebt mit ihrem Ehemann, der ebenfalls in der Großwäscherei arbeitet, und ihrem kleinen Sohn in einer winzigen Wohnung im Londoner East End. Dem stickigen Waschhaus ist sie jedoch nicht entkommen. Dort schuftet sie immer noch Tag ein, Tag aus. Ihr Boss beschimpft und belästigt sie. Schon lange ist sie mit ihrer Situation unzufrieden, doch ist sie auch von ihrem Job und der Gunst ihres Chefs abhängig. Auf einem Botengang entdeckt sie ihre Kollegin Violet, die sich als engagierte Suffragette erweist. Maud ist fasziniert und sieht im Kampf für das Frauenwahlrecht eine Chance auf ein besseres Leben. Vor Maud und ihren Mitstreiterinnen liegt ein langer und steiniger Weg, der so manches Opfer fordert. Doch der Preis für die Verwirklichung ihres Traums ist hoch. Dafür nehmen sie zahllose Beschwerlichkeiten auf sich.

Ich finde, Suffragette ist ein guter Film, besonders, weil das Thema Frauenrechte für mich wichtig ist und ich die Schauspielerin Carey Mulligan mag. Sie spielt die Hauptdarstellerin Maud Watts überzeugend. Sie stellt Mauds inneren Konflikt und ihre Gefühlslage dar. Genau genommen hat mir das ganze Filmensemble gefallen. Das die Männer, besonders Mauds Ehemann und der Boss der Wäscherei, schlecht wegkommen, ist sicher Teil der Botschaft des Films. Hier geht es um Frauen und ihre Rechte. Da müssen Männer auch mal als festgefahrende, ängstliche, engstirnige Idioten herhalten. Helena Bonham Carter spielt ihre Rolle wie gewohnt brilliant. Wovon ich mir mehr erhofft hatte, war der Auftritt von Meryl Streep. Dafür, dass sie sowohl im Trailer, als auch auf dem Filmplakat zu sehen ist, habe ich gedacht, dass sie eine größere Rolle spielt. Die kurzen Male, die sie im Film auftaucht, machen sie, wenn es hoch kommt, zur Nebenrolle. Historisch betrachtet muss die Bedeutung Emmeline Pankhursts beachtlich gewesen sein, daher ist wohl eine so grandiose Schauspielerin wie Meryl Streep genau die Richtige, aber für den Werbeaufwand, der betrieben wurde, hätte ich mehr Präsenz erwartet.

Eine große Unstimmigkeit hat der Film für mich leider. Und zwar kann ich mir nicht vorstellen, dass die ganzen Frauen, die in einer Großwäscherei arbeiten – besonders, wenn sie wie Maud dort geboren und aufgewachsen sind -, Lesen und Schreiben konnten. Dass sie ihren Namen unter ein Stück Papier kritzeln können: ja, aber dass sie in der Lage waren lange Briefe zu lesen und zu schreiben, wage ich zu bezweifeln. Das hat den Film für mich ein Stück weit unglaubwürdig gemacht.

Trotzdem ist es immer noch ein ansehnlicher Film, wenn man über einige Widersprüche  hinweg sieht.

Ab  16. Juni auf DVD erhältlich.

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