The Hateful 8

Trailer

Im verschneiten Winter von Wyoming treffen in einer Blockhütte im Nirgendwo acht finstere Gestalten aufeinander. Der Bürgerkrieg ist vorbei, doch ist immer noch eine feindselige Stimmung spürbar. Keiner traut dem anderen auch nur ein Stück über den Weg. “Don’t trust anyone!” scheint das Motto der Acht (oder sind es doch Neun?) zu sein. Wegen eines Schneesturms sitzen zwei Kopfgeldjäger, einer mit  seiner Geisel, der angebliche zukünftige Sheriff von Red Rock, ein Konföderierter, ein alter Südstaaten-General, ein Cowboy, zwei zwielichtige Burschen gemeinsam in dieser Hütte fest. Jeder verdächtigt die Anderen irgendwelcher kruden Machenschaften. Selbst angebliche Kumpanen, sind voll gegenseitigem Misstrauen. Schnell wird klar, dass irgendwas an der ganzen Situation zum Himmel stinkt. Wo sind die Besitzer der Hütte und des darin befindlichen Ladens? Wer sind die ganzen Männer wirklich? Und wer wird die Hütte lebend verlassen? Denn das Blut fließen wird, ist schnell klar.

Wie habe ich mich auf den Film gefreut. Endlich mal wieder ein herrlicher Splatter-Film. Bei Tarantino mag ich sogar den tiefschwarzen Humor dazu. Es dauert zwar ein wenig bis das Gemetzel in die Gänge kommt, aber dann geht’s richtig los. Jeder kriegt sein Fett weg, jeder der Protagonisten kriegt mal einen derben Spruch gedrückt. Die Enge des Raumes und die geniale Kameraperspektive machen den Handlungsspielraum übersichtlich, tragen aber auch zur beklemmenden und bedrohlichen Stimmung bei. Die Schauspieler sind alle samt super. Sie spielen ihre verschrobenen Charaktere mit viel Liebe. Man merkt ihnen an, dass es ihnen Spaß macht, sich mal so richtig verdorben, düster und verwegen zu benehmen. Jennifer Jason Leigh als Geisel steht den Männern dabei in nichts nach. Sie rotzt, rülpst, flucht und spuckt, was das Zeug hält. So gar nicht lady-like und deshalb umso dreckiger. Das einzige, was ich mich in Bezug auf die Schauspieler gefragt habe, ist, ob Tarantino für die Rolle des Oswaldo Mobray (gespielt von Tim Roth) ursprünglich Christoph Waltz im Kopf hatte. Ausdrucksweise, Gestik und Mimik weisen für mich klar darauf hin. Aber Tim Roth spielt die Rolle exzellent, daher will ich mich nicht beschweren.

Der Film ist mit fast drei Stunden Laufzeit lang – ja, aber der kleine Gimmick in der Mitte des Sterbens ist ein gelungener Streich und schafft Zeit, damit das Publikum sich refokusieren kann.

Die Story ist plausibel, aber am Ende bleiben doch noch ein paar Fragen offen. Wer Tarantino nicht mag und mit Splatter nichts anfangen kann, wird diesem Film nichts abgewinnen können. Wer Tarantino mag, kommt an The Hateful 8 nicht vorbei. Vielleicht nicht Tarantino at his best, aber schon kurz davor.

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