The Revenant

Trailer

Trapper Hugh Glass zieht am Anfang des 19. Jahrhunderts mit einer Expedition durch das Gebiet um den Missouri. Der sonst so erfahrene Mann ist nur einen Moment unachtsam und schon sieht er sich einer wütenden Bärenmutter gegenüber, die ihn umbringen will. Nur mit Mühen kann er sich retten. Da ein Indianerstamm den Expeditionstrupp jagt, entscheidet der Anführer der Expedition Captain Andrew Henry, Glass mit seinem Sohn und zwei anderen Trapper zurückzulassen. Sie sollen so schnell wie möglich nachkommen. Durch widrige Umstände muss Glass mitansehen, wie John Fitzgerald – einer der beiden Trapper – seinen Sohn umbringt und danach versucht, ihn selber lebendig zu begraben, da Fitzgerald davon ausgeht, dass Glass eh an seinen Verletzungen verenden wird. Glass überlebt, schwört Fitzgerald Rache und macht sich auf den Weg, es allen heimzuzahlen, die sich an ihm und seiner Familie vergangen haben.

The Revenant (- Die Rückkehrer) ist voller Rachsucht und Hass. Das spiegelt sich auch in der kalten, eisigen Landschaft wieder. Das war für mich das schönste am ganzen Film. Die Landschaftsaufnahmen sind spektakulär. Es ist bemerkenswert, dass Regisseur Alejandro González Inárritu darauf bestanden hat, nur in natürlichem Licht Alaskas zu filmen, auch wenn das bedeutete, dass zum Filmen nur ungefähr eine Stunde am Tag zur Verfügung stand. Davon profitiert die düstere Stimmung des Films ungemein. Das unschuldige weiß des Schnees ist ein starker Kontrast zum rauen Felsgestein. Genauso wie der reißende Fluss im Gegensatz zum stillen, unheilverkündenden Wald steht. Rohe Gewalt spiegelt sich in der Einöde der Natur. Die Symbolik der Landschaftsbilder des Films ist atemberaubend.

Die Story des Films hat mich nicht überzeugt, was vor allem an der Hauptfigur liegt. Ich habe das Gefühl, dass in den USA im Moment ein Bedürfnis herrscht, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Erst 12 Years A Slave, dann Selma und nun ist es anscheinend an der Zeit, sich mit den Ureinwohnern auseinanderzusetzen. Doch der Konflikt zwischen den Native Americans und den Siedlern beziehungsweise Trappern steht nicht im Vordergrund, obwohl das Thema definitiv einen eigenen Film verdient hat.

Ansonsten hat The Revenant  – auch wenn er wohl auf wahren Begebenheiten beruht – für mich irgendwann seine Glaubwürdigkeit verloren. Spätestens nach dem dritten großen Kopfschüttelmoment war es mir zuviel. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand alles überlebt, was Hugh Glass (Leonardo DiCarprio) zugestoßen ist, ist verschwindend gering. Auch wenn er voller Wut ist und seine Rachegelüste ihn vorwärts treiben, hat der menschliche Körper seine Grenzen. Der Film selber ist brutal, explizit und beschönigt nichts; das macht ihn authenthisch und steht ganz im Gegensatz zur Figur von Hugh Glass. Meinetwegen kann Leonardo DiCaprio für die Hauptrolle den Oscar bekommen, aber in Anbetracht der anderen nominierten Filme, hat ihn The Revenant, meines Erachtens nach, nicht verdient.

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