Spectre

Trailer

Seit Skyfall ist es für mich schwer zu vereinbaren, dass ‘he who must not be named’ dieselbe Person ist wie ‘M’. Ich weiß, Ralph Fiennes ist ein Schauspieler und schlüpft daher in viele verschiedene Rollen, aber diese beiden sind so konträr, dass es mich immer wieder aus der Bahn wirft. Genauso erging es mir, als mir bewusst wurde, dass ‘C’ der Bösewicht ‘Moriarty’ aus den neuen Sherlock-Holmes-Filmen ist. Ich bin davon ausgegangen, dass mich Spectre so fesselt, dass ich es vergesse. Leider ist das nicht eingetreten. Und noch was – Léa Seydoux ist für mich leider kein Bond-Girl, was wiederum mit ihrer Performance in Blau ist eine warme Farbe zu tun hat.

Die alte ‘M’ hat Bond eine Video-Botschaft mit spezifischen Instruktionen hinterlassen. Ganz im Bond-Stil macht sich 007 auf den Weg den Auftrag auszuführen – natürlich ohne jemanden vom MI6 zu benachrichtigen.

Spectre schließt den Kreis, der bei Casino Royal angefangen hat, doch kann er auch als eine eigene Einheit stehen. Ich habe mich sehr auf den Film gefreut, weil der Trailer einen aktiongeladenen Agenten-Thriller verspricht – eben typisch Bond. Es gab Aktion, das auf jeden Fall, wenn auch bei weitem weniger, als ich es mir gewünscht hätte. Worauf ich nicht vorbereitet war, ist das hohe Kitsch-Level. Bond ist in den letzten Jahren nicht nur selbstreflektierter, sondern für seine Verhältnisse auch verdammt gefühlsduselig geworden. Ob das seinem Image gut steht, sei dahin gestellt. Zusätzlich gab es am Anfang des Films einige Ungereimtheiten – besonders in Bezug auf Wetter und Kleidung -, die mich irritiert haben. Nicht gestört hingegen haben mich die angepriesenen vermeintlich zahlreich vorhandenen Produktplatzierungen.

Wer den Film sehenswert macht, sind ‘M’, ‘Q’ und auch ‘Moneypenny’. Sie alle sind ausgereifte Charaktere und als Bonds Back-up-Team für die Entwicklung der Story enorm wichtig. Der immer vorsichtige ‘Q’ brilliert wieder aus dem Hintergrund. ‘Moneypenny’s Wortwitz und ‘M’s schnelle Denkweise und Reaktionsfähigkeit zahlen sich aus. Natürlich gibt es auch diesmal wieder lebensrettende neue Gadgets und schicke, gepimpte Autos, die Herzen höher schlagen lassen. Doch obwohl der Film seine humoristischen Momente hat und ich ihn nicht ungerne gesehen habe, hat mich Spectre doch enttäuscht. Die Zeiten des toughen frauenverschlingenden Machos mit dem skrupelosen Ego scheinen vorbei. Weniger Weichspüler und mehr Spannung wäre mir sehr recht gewesen.

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