Woman in Gold

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Woman in Gold (dt: Die Frau in Gold) beruht auf einer wahren Geschichte.

1998: Die Jüdin Maria Altmann entdeckt nach dem Tod ihrer Schwester Briefe und Unterlagen über die Gemälde von Gustav Klimt in deren Nachlass. Unter anderem findet sie heraus, dass Klimts berühmtestes Gemälde “Goldene Adele” im Besitz ihrer Familie war, ehe die Nazis dieses und vier weitere Werke 1938 beschlagnahmten. “Goldene Adele” ist ein Porträt von Marias Tante, die leider schon früh, vor dem 2. Weltkrieg, verstarb. Maria, die es kurz vor Ausbruch des Krieges geschafft mit ihrem Mann und ihrer Schwester zu fliehen, bittet Randy Schoenberg, den Enkel des Komponisten Arnold Schönberg, ihr zu helfen, die Gemälde, die nun im österreichischen Museum Belvedere in Wien hängen, zurückzubekommen. Eine zermürbende und nervenaufreibende Aufgabe, wie sich schnell herausstellt.

Woman in Gold hat mir gut gefallen. Am Anfang musste ich mich ein wenig an die verschiedenen Akzente gewöhnen, da Helen Mirren, die Maria Altmann spielt, teilweise deutsch spricht. Das macht sie sehr gut, aber es lässt sich nicht vermeiden, dass sie bei ein paar Buchstaben – es sind noch nicht einmal Wörter – Probleme hat. Dann musste ich daran denken, dass meine Mutter, die schon lange in den USA lebt, mittlerweile eigenartige Satzkonstruktionen benutzt, wenn sie Deutsch spricht. So kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass sich auch Laute, die man lange nicht mehr ausgesprochen hat, fremd werden. Genauso erging es mir auch mit dem Akzent – oder vielleicht auch Dialekt – der jüdischen Familie Bloch-Bauer – zu der Maria, ihre Schwester, ihre Eltern, ihr Onkel Ferdinand und eben ihre Tante Adele gehören. Ich habe keine Erfahrungen mit der jüdischen Sprache, sowohl jiddisch, als auch hebräisch nicht, daher war der Klang am Anfang zwar fremd, aber nicht unangenehm. Anders als in anderen Filmen haben mich die Akzente nicht gestört, sondern waren einfach Teil des Films.

Die ganze Cast – ein Gemisch aus amerikanischen und deutschen Schauspielern – ist wunderbar. Sie ist fein aufeinander abgestimmt und ergänzt sich ausgezeichnet. Natürlich stechen die Hauptdarsteller Helen Mirren und Ryan Reynold, aber auch Daniel Brühl, hervor, aber die anderen Charaktere stehen ihnen in nichts nach. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass der Film nicht auf die Tränendrüsen drückt oder Mitleid erhaschen will. Es gibt eine einzige Szene, in der der moralische Zeigefinger unangenehm auffällt. Ansonsten ist der Film sehr nüchtern und frei von unangebrachten Schuldzuweisungen.

Zauberhaft ist auch die Musik im Film. Zum einen eine Szene, wo Randy und Hubertus (Daniel Brühl) in einem Konzert sitzen, in dem Arnold Schönbergs Musik gespielt wird, zum anderen die musikalische Untermalung des Filmes durch die Komposition von Hans Zimmer.

Woman in Gold befasst sich aus einer ganz anderen Perspektive mit dem Thema Kunstraub im Dritten Reich, als zum Beispiel Monuments Men. Er zeigt Menschen, die sich durch Mut und Durchhaltevermögen für Gerechtigkeit einsetzen. Ein unerwartet toller Film!

The Age of Adaline

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The Age of Adaline (dt: Für immer Adaline) ist mal wieder ein Film auf den ich nicht selber aufmerksam wurde, sondern in den ich einfach ohne Erwartung mitgegangen bin. Enttäuscht war ich nicht.

Mit 29 Jahren hat Adaline Bowman einen tragischen Autounfall und hört auf zu altern. Das fällt irgendwann auf und um Fragen und Unannehmlichkeiten zu entgehen, verlässt Adaline ihren Heimatort und ihre 16-jährige Tochter, die als einzige von ihrem Geheimnis weiß. Ab da beginnt ein rastloses Leben, während dem sie immer auf der Hut ist und in dem für Liebe, Vertrauen und Geborgenheit kein Platz ist. Die Angst, was passiert, wenn jemand hinter ihr Geheimnis kommt, ist größer als der Wunsch nach Vertrautheit und Zuneigung. Nach 80 Jahren tritt Ellis in ihr Leben und es fällt ihr zunehmend schwerer, ihre Barrieren Aufrecht zu erhalten. Sie lässt sich auf ihn ein und beginnt ein Spiel mit dem Feuer. Ein Wochenende bei seinen Eltern hat verheerende Folgen und wirbelt alles durcheinander.

Ich muss zugeben, dass die Story nicht das ist, was mich an dem Film fasziniert. Sie ist süß und ein wunderbarer Schmachtfetzen. Das liegt wohl unter anderem an den beiden Hauptdarstellern Blake Lively als Adaline und Michiel Huisman als Ellis. Die beiden sind sowohl einzelt als auch als Paar eine Augenweide ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Außerdem liegt es daran, dass es eine vorhersehbare Liebesgeschichte ist. Der Plot des Films birgt wie gesagt keine Überraschungen, doch ist die (versteckte) Botschaft dahinter nicht außer Acht zu lassen. In einer Gesellschaft, in der sich viele ewige Jugend und Schönheit wünschen und dies über die Maßen zelebriert wird, zeigt der Film, dass genau das nicht zwangsweise glücklich macht, sondern eher zu einer Last wird. Be careful what you wish for!

Was mich gefesselt hat, waren zum einen die Kostüme, die so perfekt auf die Charaktere zugeschnitten sind und Wesenszüge einer jeden Figur nochmal unterstreichen und andererseits die Bilder, die der Film projiziert. Es wirkt, als wäre er in einen leichten Weichzeichner getaucht und doch sind die Bilder gestochen scharf. Ich weiß, das hört sich gegenteilig an, aber anders kann ich es nicht erklären. Die Straßen von San Francisco sind eine wunderbare Kulisse für den Film, ganz zu schweigen von Adalines liebevoll eingerichtetem Apartment. Die wunderschönste Szenerie ist aber der herbstliche Wald durch den Adaline spazierengeht. Ein Meer von bunten Blätter, wo man beim Betrachten, den kühlen Herbstwind auf der Haut spüren kann und dabei das leise Raschlen des Blattwerks vernimmt, ist atemberaubend schön. Schon alleine deswegen hat es sich gelohnt, den Film zu sehen.

Wenn nicht für die Story, so hat es sich doch definitiv für die Bilder gelohnt diesen Film zu schauen. Ich habe es nicht bereut.

Filme aus dem Flugzeug

In den letzten Wochen war es auf meinem Blog sehr ruhig. Der Grund dafür ist, dass ich mir eine längere Auszeit bei meiner Familie in den USA verschrieben habe. Nun ist das Kinovergnügen dort recht teuer, was dazu geführt hat, dass ich keine neuen Filme geschaut habe. Aber es gibt ja diese elendlangen Flüge über den Atlantik, während denen ich wunderbar ein paar nicht ganz aktuelle Filme schauen konnte, dich ich in Deutschland auf der Kinoleinwand verpasst habe oder die mich eigentlich gar nicht interessiert haben. Im folgenden gibt es also fünf Kurzrezensionen zu Cake, Elysium, Jupiter Ascending, Nachts im Museum 3 und Kingsman.

Cake

Worum es geht: Cake handelt von einer Frau, Claire, die versucht, sich nach einem schweren Autounfall wieder ins Leben zurückzukämpfen.

Was ich denke: Ich habe mir von dem Film mehr erwartet. Auch wenn Jennifer Aniston eine hervorragende Leistung abliefert, kratzt der Film nur an der Oberfläche. Er hört da auf zu graben, wo es wirklich weh tut. Ich hätte mir einen weitaus tieferen Einblick in Claires Seelenleben gewünscht. Zwar ist eine Entwicklung in ihrem Charakter sichtbar, doch ist auch diese sehr oberflächlich. Am Ende des Films wird klar, dass ein einziger Augenblick neu gewonnene Hoffnung sofort wieder zerstören kann. Aber das ist auch alles. Es ist schön zu sehen, dass Jennifer Aniston auch andere Rollen spielen kann, als die am Ende immer glückliche Mainstream-Frau, doch reicht das nicht, diesen Film wirklich sehenswert zu machen.

Elysium

Worum es geht: Auf Elysium, einer geräumigen Raumstation, wohnen die Reichen, Schönen und Privilegierten und genießen ihr Leben. Auf der Erde wohnen die Armen und Kranken, die dafür arbeiten müssen, dass Elysium funktioniert. Max wird beauftragt, in Elysium einzudringen und das Computersystem neu zu programmieren, um die Sonderrechte und die Mißverhältnisse zu beenden.

Was ich denke: Was für ein großartiger Scheiß! Der Film ist laut, vorhersehbar und langweilig. Die Unterdrückten müssen sich gegen die Unterdrücker wehren, dann wird alles wieder gut, denn alle Menschen sind gleich. Das ist so abgedroschen und platt dargestellt, dass es wirklich keinen Spaß macht, zuzuschauen. Da hilft Jodie Foster leider auch nicht mehr.

Jupiter Ascending

Worum es geht: Jupiter Jones (Mila Kunis) findet heraus, dass sie zu einem außerirdischen Adelsgeschlecht gehört und ihr die Erde gehört. So verlockend dieses neue Leben auch ist, bringt es auch allerhand Probleme mit sich. Am Ende steht eine große Entscheidung und ein riesiger Show-down. Das alles ist gepaart mit einer netten Liebesgeschichte.

Was ich denke: Genauso wie Elysium behandelt der Film die Würde und den Wert des Menschen. Auch wenn Jupiter Ascending ebenso actionreich ist, ist er doch bei weitem witziger. Eddie Redmayne zeigt auch in diesem Film, was für ein genialer Schauspieler er ist. Der Gedanke, der hinter diesem Film steckt, ist erschreckend. Kein Must-See, aber immer noch ein guter Film.

Nachts im Museum 3: Das geheimnisvolle Grabmal

Worum es geht: Wie schon in den beiden Filmen davor, werden nachts dank einer magischen Tafel die Museumsexponate lebendig. Doch die Tafel läuft langsam dunkel an und die Exponate werden steif oder fallen in Ohnmacht. Um herauszufinden, wie er den Verfall aufhalten kann, muss Nachtwächter Larry ins Naturkunde Museum in London reisen.

Was ich denke: Wer die vorherigen beiden Teile mag, wird auch bei diesem auf seine Kosten kommen. Kurzweilig, humorvoll und amüsant bietet der Film nette Unterhaltung. Im Grunde kann man mit dem Film nichts falsch machen, wenn man eine nette Komödie schauen möchte. Rebel Wilson ist großartig.

Kingsman: The Secret Service

Worum es geht: Eggsys Vater starb bei einem Einsatz des Secret Service seiner Majestät. Nun, 15 Jahre später, liegt es an Eggsy, zu zeigen, was in ihm steckt und ob er sich selber aus der Misere ziehen kann, die er Leben nennt. Um sich gegen seine Mitstreiter durchzusetzen, muss er einige Aufgaben bestehen. Aber auch an der Seite seines Mentors Harry Hart, muss er manche geplanten, aber auch unerwarteteten Schwierigkeiten meistern. Am Ende müssen sie – wie kann es anders sein – die Welt retten. Schließlich ist das hier ein britischer Geheimagentenfilm.

Was ich denke: Der Film startet ein wenig schleppend, aber dann besticht er durch seine Balance aus Action und britischem Humor. Colin Firth als Harry Hart und Samuel L. Jackson als lispelnder Bösewicht sind meisterhaft. In den ersten zwanzig Minuten habe ich gedacht, das wird nie was und dann wurde er immer besser und besser. Ein wenig klischeehaft ist er schon, aber das schadet nicht. Einige brutalere Szene gibt es auch, die nichts für zartbesaitete Gemüter sind. Alles in allem ein guter Film mit ein paar unvorhergesehenen Twists.