Selma

Trailer

In letzter Zeit scheint sich Amerika immer mehr mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. So ist nun nach Twelve Years a Slave – der Academy-Award Gewinner des letzten Jahres – ein Film über Martin Luther King, Jr. und das Civil Rights Movement in die Kinos gekommen. Dabei konzentriert sich Regisseurin Ava DuVernay auf die Vorkommnisse in Selma, Alabama, wo es der schwarzen Bevölkerung durch Schikanen jeglicher Art unmöglich gemacht wurde, sich registrieren zu lassen, um wählen gehen zu können.

1964 bekommt Dr. Martin Luther King, Jr. in Oslo den Friedensnobelpreis verliehen. Zwar fühlt er sich geehrt, doch weiß er auch, dass der Kampf, sein Kampf für Gleicherechtigung und Gerechtigkeit für die farbige Bevölkerung in den USA noch lange nicht vorüber ist. Auch seine Gespräche mit dem amerikanischen Präsidenten Lyndon B. Johnson haben nicht den erhofften Effekt. So begibt er sich wieder auf seine Straße, auf den Weg zur erhofften Freiheit für sein Volk. Die Freude über Dr. Kings Ankunft in Selma ist groß und die Zuhörerschaft bei seiner ersten Rede enorm. Die Kirche ist bis auf den letzen Platz gefüllt. So finden sich viele seiner Anhänger am nächsten Tag ein, um vor dem Gerichtshaus an einem stillen Protest teilzunehmen. Leider ist der Sheriff in der Stadt ein ausgemachter Rassist und die Situation eskaliert. Die Polizei tritt und schlägt mit Schlagstöcken auf die wehrlosen Demonstranten ein. Am Ende muss ein junger Student sogar sein Leben lassen, weil einem Polizisten seine Hautfarbe nicht gefällt. Diese und weitere Vorkommnisse führen dazu, dass Dr. King einen Freedom March von Selma nach Montgomery, Alabamas Hauptstadt, leiten möchte. Doch dagegen hat nicht nur Selmas Sheriff etwas einzuwenden und eine unheilverkündende Spannung entsteht.

Selma ist ein eingängiger Film über ein Stück amerikanische Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Er ist gut gemacht, hat keine Längen und bleibt spannend. Es ist auch gut, dass sich die Regisseurin nur eine bestimmte Zeitspanne von Dr. Kings Leben herausgesucht hat. Das Vorhaben sein ganzes Leben in einem Film wiederzugeben, wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. So ist er ein einprägsames Zeugnis einer Verkettung von Ereignissen, die uns dorthin gebracht haben, wo wir heute sind. Trotzdem kommt der Film zur rechten Zeit, um eine (Welt-)Bevölkerung noch einmal wach zu rütteln, “that all man were created equal” und dass die Hautfarbe nicht über Leben und Tod entscheiden sollte, wie es in Ferguson der Fall war. Auch heute noch liegt ein langer Weg vor uns, um die oft proklamierte Gleichheit zu erlangen: Sei es zwischen Schwarzen und Weißen, Männern und Frauen, Homos und Heteros, Gläubigen und Atheisten. Der Film ist eine einfühlsame Erinnerung daran. Ein Stück Geschichte mit guten Schauspielern lebendig erzählt. Ein guter Film!

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