The Imitation Game

Trailer

Meine Freundin hat mich gefragt, ob ich mit ihr in The Imitation Game gehe. Bis dahin hatte ich keine Ahnung, wovon der Film handelt und welche Schauspieler überhaupt mitspielen. Die einzigen beiden Dinge, die ich wusste, waren, dass der Film für einen Academy Award nominiert ist und dass meine Freundin mich nicht fragen würde, wenn sie nicht denken würde, dass er gut ist. Zwei Tage später saß ich im Kino, um mir Mortdecai anzuschauen, da lief der Trailer. Leider konnte ich nicht viel Text verstehen, weil eine lärmende Schulklasse noch ihre Plätze suchte. Aber welcher Film mit Benedict Cumberbatch kann schon schlecht sein?!? Richtig – keiner!

Die Haupthandlung spielt in den ersten Jahren des zweiten Weltkrieges. Eine Gruppe von Wissenschaftlern ist von der Regierung beauftragt, den nicht zu knackenden Enigma-Code, den die Deutschen zur Kommunikation nutzen, zu lösen. Unter den Wissenschaftlern ist Alan Turin, ein junger Mann höchster Intelligenz mit äußerst autistischen Zügen (meine Meinung). Der Umgang und die Kommunikation mit anderen Menschen fällt ihm schwer. Die anderen im Team sind kurz davor ihn rauszuschmeißen und seine Maschine, an der er arbeitet, zu zerstören, als sich Joan zu ihnen gesellt. Joan Clarke macht Alan klar, dass er nett zu seinen Kollegen sein muss, wenn sie ihm helfen sollen und sie erfolgreich arbeiten wollen. Nach und nach wächst die Gruppe zusammen, aber sie scheinen einer Lösung nicht näherzukommen. Es sieht so aus, als wäre der Enigma-Code tatsächlich unüberbrückbar und der Druck auf die Gruppe steigt.

The Imitation Game beruht auf einer wahren Geschichte. Benedict Cumberbatch spielt den genialen Alan Turing mit großer Hingabe. Am Anfang hat er mich ein wenig an Sherlock Holmes erinnert (und die Serie ist ohne Zweifel brilliant). Doch dann kommen immer mehr Nuancen zum Vorschein, die Alan Turing zu einem eigenstänigen differenzierten Charakter machen und ihn von Holmes abheben. In Rückblenden erlebt der Zuschauer Auszüge aus Alans Jugend im Internat. So bekommt man einen kleinen Eindruck, warum Alan so ist, wie er ist. In der Vorausschau, 1951, ermittelt ein Polizist in Turings Privatleben, denn bei ihm ist eingebrochen worden, aber er weigert sich, Anzeige zu erstatten. Das macht den Polizisten neugierig und er beginnt im Privatleben des Wissenschaftlers rumzuschnüffeln.

Turing selber ist in seinen eigenen Gedanken gefangen, spinnt Gedankenkonstrukte und ist dabei völlig unempfänglich für Ironie und Sarkasmus und stets der Wahrheit verpflichtet. Doch hinter all seiner Verschrobenheit merkt man auch eine tiefe Unsicherheit und Verletzheit. Irgendetwas steckt in ihm, was ihn nicht loslässt. Manchmal ist er wie ein Kind, so sehr kann er staunen und sich begeistern. Es war faszinierend, ihm bei seiner (sozialen) Entwicklung zuzuschauen. Keira Knightley als Joan Clarke ist genauso wie Cumberbatch für einen Academy Award nominiert und auch sie spielt ihre Rolle überzeugend. Sie hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Sie muss sich gegen die gesellschaftlichen Konventionen durchzusetzen und ihre Frau stehen. So zeigt der Film auf angenehme Art und Weise, dass eine Gesellschaft sich entwickeln, von der Norm abweichen muss, um sich zu entfalten.

The Imitation Game hat mich von der ersten Minute an gefesselt und mich erst im Abspann wieder frei gelassen. Ein absolut sehenswerter Film mit exzellenten Schauspielern und faszinierender Story.

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