Nightcrawler

Trailer

Louis Bloom ist arbeitlos. Doch obwohl er immer wieder betont, dass er arbeitswillig ist, will ihn niemand anstellen. Seine Methoden trotzdem ein wenig Geld zu verdienen, sind bei weitem nicht immer legal, aber es scheint der einzige Weg zu sein, wie er sich über Wasser halten kann. Eines nachts fährt er auf dem Highway an einem Unfall vorbei. Eine Frau ist in ihrem brennenden Wagen eingesperrt. Zwei Polizeibeamte versuchen sie verzweifelt aus dem Wrack zu retten. Lou hält an und schaut interessiert zu, als ein Transporter auf dem Standstreifen hält und ein Mann mit Kamera heraus springt. Der Mann filmt alles bis ins kleinste Detail. Zwanzig Sekunden später – die Frau ist gerettet – verschwindet er wieder. Lou ist fasziniert und fragt den Mann, was er macht und was er mit dem Video vor hat. Es stellt sich raus, dass er ein Nightcrawler ist. Er durchstreift die Nacht mit seiner Kamera und filmt alles, was das Potenzial hat, blutig und dramatisch zu sein. Die Videos verkauft er an den meist bietenden Nachrichtensender. In Lous Kopf fängt es an zu arbeiten und schon in der nächsten Nacht ist er selber mit der Kamera unterwegs. Doch verkauft er seine Videos nur persönlich und nur an einen einzigen lokalen Nachrichtensender. Er versucht damit, Chefredakteurin Nina zu beeindrucken. Dabei muss Lou immer bessere Videos abliefern, um Nina bei der Stange zu halten. So rast er mit seinem Assistenten Rick durch die Nacht, immer auf der Suche nach der nächsten Story. Schnell wird ihm klar, dass er mehr Erfolg hat, wenn er sich nicht ganz genau an die Regeln hält und seine Skrupellosigkeit wächst.

Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis ist ein sehr minimalistischer Film: wenige Schauspieler, die Straßen von Los Angeles sind die Hauptkulisse. Es ist ein Film darüber, wozu die Sensationslust der Zuschauer – vielleicht Menschen im Allgemeinen – die Nachrichtensendern zwingt. Je blutiger und beängstigender, desto besser. Diese Aufnahmen müssen aber auch von Leuten gemacht werden. Dass diese immer weiter abstumpfen und, um überleben zu können, irgendwann die Wahrheit zu ihrem eigenen Nutzen zurechtbiegen, ist unter den gegebenen Umständen, nicht verwunderlich. Jake Gyllenhaal als Nightcrawler Louis Bloom ist da in soweit eine Ausnahme, dass er sich von einem netten Jungen in ein Monster verwandelt und sich irgendwann über Gesetz sieht. Er wird vom Antihelden zum Bösewicht. Mit jeder Nacht auf der Straße steigt sein Ehrgeiz. Einhergehend damit wird er aber auch hemmungs- und rücksichtslos. Was zählt, sind die Bilder. Lou spricht sehr monoton und emotionslos. Es ist fraglich, ob er überhaupt fähig ist, Emotionen zu empfinden. Oft scheint es nicht so. Er denkt sehr schnell. Seine Gedanken sind durchtrieben und genau. Alles ist genau durchgeplant. Dabei teilt er sich niemandem mit, noch nicht einmal Rick, der jede Nacht an seiner Seite ist. Rick (Riz Ahmed) ist das genaue Gegenteil von Louis. Rick zeigt die Angst, die man bei Lou vermisst. Gerade diese Gegenüberstellung der beiden Charaktere zeigt noch einmal auf, wie kalt und zwielichtig Louis ist. Ein sehr abschreckender Film über die Entwicklung der Medienwelt mit einem grandiosen Jake Gyllenhaal. Absolut sehenswert!

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