Hector and the Search for Happiness

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Hector lebt zusammen mit seiner Langzeitfreundin Clara im hektischen London. Er arbeitet als Psychiater und sie in der Pharma-Industrie. Die beiden sind perfekt aufeinander eingespielt. Ihr Leben ist geordnet, ruhig und normal. Gewöhnlich eben. Aber macht Gewöhnlich glücklich? Sind die beiden glücklich? Wie wird man glücklich? Und überhaupt: Was ist Glück? Diese Fragen stellt sich Hector, als er merkt, dass er seinen Patienten nicht mehr helfen kann. Er kann sie nicht glücklich machen. So bricht er spontan auf und zieht in die Welt, um herauszufinden, was Glück ist und was Menschen glücklich macht.

Es sei vorweg gesagt, dass ich das Buch nicht gelesen habe. Ich glaube, wenn ich es gelesen hätte, wäre ich vom Film enttäuscht gewesen. Die Storyline ist recht unspektakulär und vorhersehbar. Am Anfang braucht der Film bis er Fahrt aufnimmt, aber spätestens nach dem ersten Drittel hat er eine angenehme Geschwindigkeit erreicht. Auch wenn der Titel es vermuten lässen würde, ist der Film nicht unangenehm philosophisch oder mit nervenden pseudo-bewusstseinserweiternden Erkenntnissen gespickt. Es ist ein schöner, kurzweiliger, teilweise witziger Film darüber, dass man mit dem glücklich sein kann, was man hat. Jeder hat sowohl das Recht, als auch die Pflicht glücklich zu sein. Die Schauspieler sind nicht herausragend und leider hat mir besonders bei Hauptdarsteller Simon Pegg, die Vielseitigkeit in seiner Rolle gefehlt. Der Charakter erfordert mehr Tiefgang und Feingefühl, als Pegg es stellenweise liefert. Hector and the Search for Happiness hat Witz und Charme und eine schöne Botschaft. Eine Erkenntnis des Films ist, dass es eine großartige und schätzenswerte Gabe ist, wenn man gut zuhören kann. Ein, trotz kleiner Schwächen, angenehmes Kinoerlebnis.

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Begin Again

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New York, die Stadt, die niemals schläft, als Kulisse für ein Musikalbum. Klingt spannend, klingt verrückt, klingt wunderbar!

Der immer betrunkende Musikproduzent Dan ist gerade gefeuert worden, weil er mal wieder nicht zu einem Meeting erschienen ist. Als er abends in einer Bar die bezaubernde Stimme von Gretta vernimmt, die kurz vorher erfahren hat, dass ihr Freund, der neue Star am Musikhimmel Dave, sie betrügt, ist er sofort infiziert. Ohne viel Geld und ohne viel Aufwand und Technik beschließen die beiden aus Grettas Songs ein Album zusammenzustellen. Jeder Song soll an einem anderen Ort in New York aufgenommen werden. Ein abenteuerliches Projekt, das den beiden hilft, das Leben wieder zu genießen und ihnen eine Freiheit gibt, die sie so lange nicht mehr gespürt hatten.

Der Film hat meine Erwartungen voll erfüllt. Die Geschichte ist nicht irrsinnig tiefgängig und es erwarten den Zuschauer keine großen Überraschungen. Stattdessen sieht man New York aus verschwindenen Perspektiven mit sanfter Singer-Songwriter-Pop Untermalung. Mark Ruffalo hat mir als charmanter Produzent und Visionär, dem erst der Erfolg und dann der Misserfolg zu Kopf gestiegen ist, sehr gut gefallen. Keira Knightley beweist im Film einen gewissen Mut zur Hässlichkeit, weil die Kamera mehr als einmal ihre sehr schiefen Zähne einfängt. Adam Levine hat mich als Dave nicht überzeugt. Doch Cee Lo Green und Hailee Steinfeld sind zwei weitere schöne Charaktere, die das Ensemble des Films abrunden.

Begin Again (dt: Can a Song save your life?) ist ein schöner Film. Ein inspirierender Film. So wunderbare Dinge entstehen, wenn man sich traut, auch mal unkonventionelle Dinge zu tun. Manchmal braucht es nur jemanden, der einem einen Schubs gibt. Außerdem erinnert der Film daran, dass es wichtig ist, Dinge zu tun, die für einen selber wichtig sind, anstatt immer im Schatten anderer zu stehen.

The Fault in Our Stars

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Die 16-jährige Hazel wird von ihrer Mutter dazu gezwungen, zu einer Selbsthilfegruppe für Teenager, die Krebs haben, zu gehen. Lust hat sie dazu keine, bis sie bei einem der Treffen den zwei Jahre älteren Gus kennenlernt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Hazel, die immer ein Beatmungsgerät hinter sich her zieht und Augustus, der nur noch ein Bein hat. Obwohl beide mit schweren Schicksalsschläge konfrontiert wurden, versinken sie nicht in endloser Melancholie und Selbstmitleid. Das Leben ist das, was es ist. Sie versuchen das Beste aus ihrer gegebenen Endlichkeit zu machen. Schon längst hat sich aus der Freundschaft mehr entwickelt, aber Hazel gibt ihren Gefühlen nicht nach, weil sie Gus nicht verletzten will, da sie weiß, dass sie gehen wird. An der Überzeugung hält sie bis zu dem Tag fest, an dem sie ihren Lieblingsautor Peter Van Houten kennenlernt. Ein Tag, der Hazels Leben von neuem verändert.

The Fault in Our Stars (dt: Das Schicksal ist ein mieser Verräter) ist eine etwas andere Liebesgeschichte. Sie ist magisch. Eine Geschichte bei der man von Anfang an weiß, dass es nicht gut ausgehen kann und trotzdem jede Minute hofft, dass es so ist. Ein Film über das Sterben. Ein Film darüber, wie man damit umgeht, zu wissen, dass man stirbt. Doch obwohl er unglaublich traurig ist, macht er einem Mut zu Leben. Diese Traurigkeit ist aber weder düster ist noch betrübt noch aufdringlich. Die beiden Hauptdarsteller Shailene Woodley und Ansel Elgort sind bezaubernd. Überzeugend, mitfühlend, authentisch. Man schließt beide sofort ins Herz und möchte sie nicht mehr los lassen.

Der Film war so spannend wie ich lange keinen mehr erlebt habe. Es ist kein Actionfilm mit rasanten Szenen und Geballer. Es ist die ruhige Erzählweise die jeden Tag beschreibt, die einen tief in die Charaktere und ihre Welt eintauchen lässt. Eine fesselnder Geschichte unterlegt mit einem wunderbaren Soundtrack.

Worte werden diesem Film nicht gerecht. Jeder sollte im Leben einmal so geliebt haben wie Hazel Grace Lancaster und Augustus Waters.

The Hundred-Foot Journey

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Dieser Film hat mich von der ersten bis zur letzten Minute fasziniert. Die Farben, die Musik, die Landschaft, die Schauspieler. Alles stimmt. Der Film spielt mit allen Sinnen. Nicht nur Auge und Ohr, sondern auch Geruch, Geschmack und Gefühl kommen durch die Eindrücke, die dieser Film hinterlässt, voll auf ihre Kosten. Die bunten Farben des indischen Essens, das Chaos in der Küche, gepaart mit der Ausgelassenheit der indischen Familie Kadam stehen im starken Kontrast zum überschaubaren, geordneten, extakt geplanten Essen, das im französischen Restaurant “Saule Pleurer” der Madame Mallory serviert wird. Doch formen die indische Ausgelassenheit und die französische Zurückhaltung eine perfekte Symbiose.

Durch einen harten Schicksalsschlag getroffen, verlässt Papa Kadam mit seinen fünf Kindern Mumbai und zieht in den Süden Frankreichs. Dort – im kleinen Bergdorf Saint-Antonin-Noble-Val – eröffnet er das Restaurant “Maison Mumbai”. Sein Sohn Hassan kocht mit allen Sinnen. Er fühlt das Kochen intuitiv und lässt sich von seinen Gefühlen leiten. Unterstützt wird er vom Rest der Familie. Madame Mallory ist davon gar nicht begeistert. So liegt das Restaurant doch genau gegenüber ihres Sternerestaurants, das feinste Haute Cuisine serviert. Ein Nachbarschaftskrieg par exellence beginnt. Mit Papa Kadam und Madame Mallory treffen zwei außerordentliche Dickköpfe aufeinander. Diese Feindschaft ändert sich erst nach einer verhängnisvollen Nacht, die beide Parteien dazu bewegt, einen Schritt aufeinander zu zu gehen. Hassan drängt es mehr als die indische Küche kennenzulernen und wünscht sich bei Madame Mallory in die Lehre zu gehen. Diesem Wunsch steht nur ein einziges Omlette im Weg. Kann Hassan Madame Mallory von sich überzeugen? Und was wird sein Vater dazu sagen?

Ja, die Story ist vorhersehbar, aber das tut dem Film nicht weh. Die wunderschönen Bilder saugen einen auf und die Kameraführung sorgt dafür, dass man mitten ins Geschehen eintaucht. Die Schauspieler sind alle wunderbar. Allen voran natürlich Helen Mirren, als Madame Mallory, die ein exzellentes Französisch spricht und sich sogar einen zuerst etwas befremdlichen französischen Akzent im Englischen antrainiert hat. Ihr Gegenpart Om Puri als Papa Kadam, der einen robusten Charme, Witz und Kraft verströmt, steht ihr in nichts nach. Die beiden jungen Schauspieler Manish Dayal als Hassan und Charlotte Le Bon als Marguerite passen perfekt zueinander. Beide sprühen vor Leidenschaft und Hingabe. Nicht nur für das Kochen oder für einander, sondern auch für ihre Rollen. Der Film ist so liebevoll und angenehm, dass ich aus dieser Welt nicht auftauchen wollte und es mehr als einen Seufzer gebraucht hat, bis ich wieder in der Realtiät war. Der Film hinterlässt ein warmes, zufriedenes Gefühl.

Wer so wie ich glaubt, dass man mit gutem Essen die Welt verändern und Menschen näher zusammenbringen kann, der sollte sich diesen Film unbedingt anschauen. Oprah Winfrey – neben Steven Spielberg – die Produzentin des Films, fasst die Quintessenz perfekt zusammen: “We are more alike than we are different.”