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Trailer

Theodore arbeitet in einer Firma, die Briefe für andere schreibt. So verfasst er die romantischsten Liebesbriefe für Unbekannte, aber sein eigenes Leben bekommt er nicht auf die Reihe. Seit Tagen drückt er sich davor, die Scheidungspapiere zu unterschreiben und der Realität ins Auge zu blicken, dass seine Ehe gescheitert ist. Es wird nie wieder so sein, wie es einmal war. Als Ablenkung kauft er sich ein neues Operating System (OS). Es verspricht, nicht wie ein Computer zu sein, sondern wie ein Freund, ein guter Freund, vielleicht der beste. Samantha, Theodores OS, ist eine rauchige, verführerische Stimme, die niemals schläft. Nach und nach dringt Samantha tiefer in Theodores Privatleben und dadurch in seine Seele. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Liebe, die mit nichts zu vergleichen ist, was Theodore je erlebt hat.

Spike Jonze hat einen tiefsinnigen Film geschaffen, der auf den ersten Blick abwegig scheint, nach näherem Überlegen aber durchaus wahr werden kann. Viele Menschen sind heute schon besessen und abhängig von Computern, Tablets und Handys. Jeder einigermaßen technikaffine Mensch kennt Siri, die sprechende Software der Firma Apple. Von Siri zu Samantha ist es nur noch ein kleiner Schritt. Der Film zeigt anschaulich, wie leicht es ist, die reale Welt zu vergessen und vollkommen in eine Computerwelt abzutauchen, auch wenn Theodore durch seine Freunde, besonders Freundin Amy, die Verbindung zur Außenwelt nie ganz verliert. Jemanden zu finden, der zu einem passt, die lästige zeitaufwenige Suche nach der einen Person wird genauso überflüssig wie die ersten Dates, denn ein OS kennt bereits die intimsten Details.

Joaquin Phoenix als Theodore hat mir gut gefallen. Eine zarte, nachdenkliche Verletztheit und Einsamkeit, die nie ganz vergeht. Sein Sehnen nach Intimität und Vertrautheit ist durch den ganzen Film zu spüren. Amy Adams, die Theodores beste Freundin Amy spielt, bringt genauso wie Rooney Mara, die Theodores Ex-Frau darstellt, neue Blickwinkel und Perspektiven zur Sprache. Ebenso verzaubernd wie der Film, ist sein Soundtrack. Allen voran der Moon-Song.

Aber ist das Leben noch lebenswert, wenn es keine Überraschungen für uns bereit hält? Was nützt die Liebe in Gedanken, wenn sie nicht physisch ausgelebt werden kann? Werden wir immer weiter hinter unseren Handys verschwinden und die wertvollen zwischenmenschlichen Beziehungen vernachlässigen oder gar ganz aufgeben? Fragen auf die der Film keine eindeutigen Antworten gibt, die aber dennoch in mir nagen.

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