12 Years a Slave

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1841: Solomon Northup, ein Afro-Amerikaner, lebt mit seiner Frau und zwei Kindern als freier Mann in einem kleinen Häuschen in Saratoga, New York. Als seine Frau mit den Kindern auf Reisen ist, trifft er sich mit zwei Männern, die er nachmittags im Park getroffen hat. Da Northup ein begnadeter Geigenspieler ist, bieten die Männern ihm an, sie auf ihrer Schausteller-Tour nach Washington, D.C. zu begleiten. Northup willigt ein und schließt sich ihrer Truppe an. In Washington angekommen, feiert er ausgelassen mit seinen vermeintlich neuen Freunden in einem noblen Restaurant. Doch am nächsten Morgen wacht er gefesselt und angekettet in einem Schuppen auf. Alle Versuche den ihm fremden Männern zu erklären, dass er ein freier Mann aus New York ist, resultieren in Schlägen. Ihm wird eingebläut, dass er ein Sklave aus Georgia ist. Als dieser wird er mit Wagen und Boot in die Südstaaten verschifft, wo er auf einem Sklavenmarkt verkauft wird. Von da an hat er auch auf den Namen Platt zu hören. Für einen respektablen Preis verkauft, arbeitet er von da an auf verschiedenen Zuckerrohr- und Baumwoll-Plantagen und fristet sein Leben. Wenn auch leise, die Hoffnung, dass er irgendwann wieder ein freier Mann sein wird, gibt er nie auf.

Als Golden Globe Gewinner für Best Motion Picture, Drama habe ich mir mehr von 12 Years a Slave erwartet. Da der Film auf einer wahren Geschichte beruht, denke ich, dass er recht realistisch dargestellt ist und nichts beschönigt. Deswegen gibt es brutale Szenen, die man aushalten muss. Wenn man das nicht kann, sollte man den Film nicht anschauen. Auch wenn man die Verzweiflung Northups nachempfinden kann, so konnte ich manche seiner Handlungen nicht nachvollziehen. Außerdem habe ich eine innere Entwicklung vermisst. Nach außen hin ist es sichtbar, dass er sich den Umständen anpasst, um zu überleben. Aber eine Entwicklung seiner inneren Einstellung ist nicht erkenntlich. Bei manchen wort- und stimmgewaltigen Monologen, in die Northup am Anfang verfällt, habe ich mich wie in einer Theateraufführung gefühlt. Zu einem Kinofilm haben sie nicht gepasst.

Es ist zweifelsohne kein schlechter Film, aber Filme wie Captain Philipps oder Nebraska hätten den Golden Globe mehr verdient.

The Hobbit – The Desolation of Smaug

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Die Abenteuerreise der 13 Zwerge, dem Zauberer Gandalf und dem Hobbit Bilbo Beutlin zum Berg Erebor, der Heimat der Zwerge, geht weiter. Gerade von den Großen Adlern gerettet, werden sie immer noch vom erbosten Orkkönig Azog und seinen Kriegern gejagt. Um wenigstens eine Nacht in Ruhe zu verbringen, retten sie sich in das Haus des Hautwechslers Beorn. Am nächsten Tag ziehen sie weiter in den Düsterwald. Am Rande des Düsterwaldes verlässt Gandalf sie. Er muss einer Botschaft Galadriels nachgehen und sich mit Radagast, dem Braunen, in Dol Guldur treffen. Die Zwerge werden inzwischen von Waldelben gefangen genommen, die sie zu ihrem König Thranduil bringen, der sie alle einsperren lässt. Bilbo kann dank des Rings einer Gefangennahme entgehen. Daher sind die Zwerge bald wieder frei. Während ihrer Fahrt zur Seestadt Esgaroth treffen sie wieder auf die Orks. Unterstützt von den Elben Legolas, Thranduils Sohn, und Tauriel können sie den Orks entkommen. Durch den Schiffer Bard gelangen sie unbemerkt in die Seestadt. Am nächsten Tag wollen sie von dort nach Erebor aufbrechen, um den Arkenstein zu finden. Da Kili durch einen Orkpfeil verletzt wurde, bleibt er mit seinem Bruder Fili und Bofur in der Seestadt zurück. Die anderen suchen unter der Führung von Thorin Eichenschild den Eingang zur Höhle des Drachen Smaug, da die Höhle einst der Palast der Zwerge war. Einmal im Inneren wird Bilbo losgeschickt, die Lage zu erkunden und den Arkenstein unter Smaugs Klauen hinweg zu stehlen. Doch Smaug erwacht und Bilbo wird entdeckt. Der Drache wird fuchsteufelswild, erhebt sich aus seiner Höhle und fliegt in Richtung Esgaroth, die in Angst und Schrecken verfällt.

Ein Buch, dass nur 400 Seiten hat, wird zu einem dreiteiligen Epos verfilmt. Da muss zwangsweise das ein oder andere Detail dazuerfunden werden. Nur so kann es sein, dass sich eine Erzählspanne von 3 Tagen auf 2,5 Stunden erstreckt. Trotzdem ist es ein actiongeladenes Spektakel, in dem es erst am Ende ein paar Längen gibt. Die Zeit, die Bilbo und Smaug zusammen in der Höhle verbringen, hätte ein gutes Stück kürzer sein können. Besonders, weil es diese Szene im Buch gar nicht gibt. Dies ist nicht der einzige Unterschied zur Romanvorlage. Zum Beispiel begegnen die Zwerge Beorn nur in menschlicher Gestalt und sie übernachten bei ihm nicht heimlich, sondern auf seine Einladung hin. Auch fliehen die Zwerge im zweiten Teil nicht mehr vor den Orks. Diese haben sie auf den Rücken der Adler abgehängt. Im Düsterwald sind die Zwerge über mehrere Wochen eingesperrt und nicht nur ein paar Stunden. Legolas wird im Film nicht erwähnt und der Charakter Tauriel ist eigens für den Film geschaffen worden. Dementsprechend ist auch die Beziehung zwischen Kili, der im Buch unverwundet bleibt, und Tauriel ein Zusatz im Film.  Auch gehen die Zwerge geschlossen nach Erebor, keiner bleibt zurück. Diese und noch einige andere Veränderungen sind sehr offensichtlich. Trotzdem ist der Film sehr gelungen und spannend. Manche Zusätze helfen einfach, den Zusammenhang zwischen dem Hobbit und dem Herrn der Ringe zu verstehen. Charaktere wie Galadriel und Legolas haben einen gewissen Wiedererkennungswert. Gandalfs Reise nach Dol Guldur zeigt die Anfänge Saurons.

Anhand der Gestaltung der Orks kann man sehen, dass Regisseur Peter Jackson seine Ursprünge im Horrorfilm-Genre hat. Der Anblick ist also nichts für zarte Gemüter. Alles in allem ist der Film für Fantasyfans ein Muss, aber auch, wer ein bildgewaltiges Kinoabenteuer sucht, ist mit diesem Film gut bedient. Lediglich die Hardcore Tolkien-Fans werden mit diesem Film wohl nicht glücklich sein, weil sehr viele Veränderungen vorgenommen wurden. Ein weiterer Pluspunkt ist der wunderschöne Titel Song “I see Fire” von Ed Sheeran (http://www.youtube.com/watch?v=mllXxyHTzfg)!

The Secret Life of Walter Mitty

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Walter Mitty ist Mitte vierzig und arbeitet im Photo-Archiv des renommierten “Life” Magazins. Doch die Printausgabe von “Life” rentiert sich nicht mehr und wird zu einem Online-Magazin umstrukturiert. Für die letzte Print-Ausgabe soll ein besonderes Photo das Cover schmücken, doch ausgerechnet das Negativ für das Bild des berühmten Photografen Sean O’Connell hat es nicht bis ins Archiv geschafft. Walter entschließt sich, motiviert von seiner heimlichen Liebe Cheryl, sich auf den Weg nach Grönland zu machen, wo Sean als letztes gesehen wurde, um das Bild zu sichern. Anstatt sich wie üblich in Tagträume zu flüchten, denkt er nicht lange nach und macht sich auf den Weg ins größte Abenteuer seines Lebens quer durch die halbe Welt.

Ben Stiller, nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Regisseur, hat mit The Secret Life of Walter Mitty ein Remake des gleichnamigen Films aus den 30er Jahren geschaffen. Beide Filme basieren auf einer Geschichte, die ebenfalls in den 30er Jahren veröffentlicht wurde. Der Film liefert ausgezeichnete Unterhaltung. Er ist eine gelungene Mischung aus Abenteuerfilm und Romanze, wobei er niemals kitschig ist. Einer der schönsten Momente ist wohl, wenn Walter mit einem Longboard durch die Weiten Islands fährt. Man spürt förmlich den Wind in den Haaren. The Secret Life of Walter Mitty ist der perfekte Beweis für das Sprichwort: “Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt.” Man kann soviel erleben, wenn man sich nur traut.

Der perfekte Film für ein Date.

The Lunchbox

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Die junge Ila lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Mumbai. Jeden Tag kocht sie ihrem Mann das Mittagessen und schickt es ihm mit dem Lunchbox-Kurrier auf die Arbeit. Die Lunchbox kommt aber nie bei ihrem Mann an, sondern landet beim verschrobenen und einsamen Saajan, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Es schmeckt ihm vorzüglich und als die leere Lunchbox wieder bei Ila ankommt, ist sie leer. Ila freut sich und spricht ihren Mann am Abend darauf an. Dieser meint nur, dass das Essen ok gewesen sei – wie immer. Schnell merkt Ila, dass die Lunchbox an einen Fremden geraten ist und schreibt ihm am nächsten Tag einen Brief, den sie mit der Lunchbox mitschickt. Durch die Briefe und das Essen entsteht zwischen den beiden eine immer tiefer gehende Freundschaft. Ila vertraut sich in ihren Briefen Saajan an und er versucht mit seinen Worten und seiner Erfahrung zu helfen. So entsteht eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden, die erst auf die Probe gestellt wird, als Ila Saajan bittet, sich mit ihr zu treffen.

Lunchbox ist ein kleines Juwel. Zwischen all den Bollywood-Filmen, die man aus Indien gewohnt ist, kommt er sehr leise und verhalten daher, brilliert aber mit seinem Witz und Charme. Besonders die beiden Hauptdarsteller schließt man schnell ins Herz. So sympathisiert man sowohl mit der bezaubernden Ila, als auch mit dem einsamen Saajan. Ein weiterer Glanzpunkt des Filmes sind die bodenständig-kurios-witzigen Dialoge, die Ila mit ihrer Nachbarin, die sie liebevoll Auntie nennt, durch das offene Fenster führt. Das offene Ende des Films lässt viel Raum für die eigene Fantasie. Werden die beiden sich kriegen? Werden die beiden ihr Glück finden? Was wird aus meinem eigenen Leben?

Einen ausführlicheren Artikel von mir über diesen Film findet ihr hier:

Die Eiskönigin – völlig unverfroren

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Als Anna und ihre ältere Schwester Elsa klein sind, verbringen sie jede freie Minute miteinander. Dabei haben sie besonders viel Spaß, denn Elsa kann durch ihre Zauberkraft alles in Eis verwandeln. Doch eines Nachts spielen die beiden so übermütig, dass Elsa Anna mit einem Eisstrahl am Kopf trifft. Anna bricht bewusstlos zusammen. Zum Glück kann der alte Troll Anna retten. Doch mit dem Eis schmilzt auch Annas Erinnerung an Elsas Kräfte. Völlig verunsichert wird Elsa in ihr Zimmer verbannt. Alles wird noch schlimmer, als ihre Eltern ums Leben kommen. Für Anna beginnt eine einsame Zeit. Viele Jahre später, an einem wunderschönen Sommertag – Elsa und Anna sind mittlerweile (fast) erwachsen – ist es soweit. Die Tore zum Schloss werden geöffnet und Elsa zur Königin gekrönt. Es verspricht ein wunderbarer Tag zu werden. Die Krönung verläuft ohne besondere Vorfälle, der Ball ist ein voller Erfolg, Anna trifft ihre erste große Liebe. Doch dann passiert das Unfassbare. Elsa regt sich auf, ist verunsichert und verliert die Kontrolle über ihre Kräfte. Während Elsa in die Berge flieht, erstarrt Arendelle in Kälte, Eis und Schnee. Unerschrocken und besorgt macht sich Anna auf den Weg, um ihre Schwester zu suchen. Sie ist überzeugt davon, dass Elsa alles wieder rückgänig machen kann, um die Stadt und ihre Bevölkerung zu retten. Arendelle überlässt sie in der Zwischenzeit Hans, ihrer neuen Liebe. Auf dem Weg begegnet Anna Kristoff, seinem Rentier Sven und dem Schneemann Olaf, die ihr bei der Suche nach Elsa helfen. Wird Anna Elsa finden? Wird Elsa das Königreich retten (können)? Was wird aus Anna und Hans? Eine spannende Reise beginnt.

Ein süßer Film, eine süße Geschichte. Eben typisch Disney. Lange sah es so aus, als ob der Film ohne einen Bösewicht auskommt. Das wäre eine Überraschung gewesen, die sich leider nicht bewahrheitet hat. Wer mir besonders gut gefallen hat, ist Hape Kerkeling, der den Schneemann Olaf spricht. Was mich gestört hat, ist, dass die Figuren Mangas nachempfunden sind. Riesengroße Kulleraugen, enorme Brüste und Minitaille finde ich für einen Kinderfilm unangemessen. Besonders in der heutigen Zeit hätte ich mir normalproportionierte Heldinnen gewünscht.

Ein kleiner Tipp: Wer sich den Abspann bis zum Ende anschaut, wird belohnt.

Nebraska

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Der betagte Woody Grant ist der Meinung, dass er 1.000.000 Dollar gewonnen hat. Um diese abzuholen, macht er sich immer wieder zu Fuß auf den Weg nach Lincoln in Nebraska. Eine ganz schön weite Strecke von Billings, Montana. Sein Sohn David merkt schnell, dass sich Woody vom Gedanken an das Geld nicht trennen kann. Als einen der letzten Gefallen, die er ihm wohl zu seinen Lebzeiten machen kann, macht sich David mit ihm auf den Weg nach Nebraska. Unterwegs halten sie in Woodys Heimatdorf Hawthorne, in dem Woodys Familie immer noch wohnt. Schnell verbreitet sich die Nachricht, dass Woody nun Millionär ist und sorgt für die größte Nachricht seit Jahren. Dass die Neuigkeit nicht wahr ist, glaubt natürlich keiner und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Das in schwarz-weiß gedrehte Roadmovie Nebraska  ist eine wunderbar skurille Familiengeschichte, eine Art moderner Heimatfilm. Das Porträt des Kleinstadtlebens ist ebenso gelungen, wie die Darstellung der verschiedenen Figuren, die beeindruckend facettenreich gespielt sind – von liebenswert über verschroben bis niederträchtig. Den dementen und alkoholkranken Woody schließt man genauso schnell ins Herz, wie seinen fürsorglichen Sohn David, der während der Reise nach und nach in die Tiefen seiner Familiengeschichte eintaucht.

Ein unbedingt sehenswerter Film!

The Physician (Der Medicus)

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England im 11. Jahrhundert. Rob Cole ist zehn Jahre alt, als seine Mutter an der Seitenkrankheit stirbt. Schnell schließt er sich einem “Barber” an, der gerade durch sein Dorf zieht. Mit ihm reist er die nächsten Jahre durch England. Währenddessen lernt er von seinem Ziehvater alles, was er ihn über die verschiedensten Krankheiten lehren kann. Irgendwann wird das Augenlicht des “Barbers” immer schlechter. Doch eines Tages treffen sie eine Gruppe Juden, dessen “Barber”, genannt “Hakim”, das Augenlicht des englischen “Barbers” durch eine Operation wieder herstellen kann. Rob ist fasziniert von den medizinischen Fähigkeiten des “Hakims” und fragt ihn aus. Die Bewunderung für ihn und sein Wissen wächst. Schnell ist Rob klar, dass er nach Isfahan reisen wird, um beim berühmten Ibn Sina zu lernen. Auch wenn das bedeutet, sich für einen Juden ausgeben und seine wahre Herkunft verleugnen zu müssen. Daher macht er sich auf den Weg quer durch Europa bis nach Ägypten. Dort schließt er sich einer Karawane an mit der er die Wüste bis Isfahan durchziehen will. Mitten in der Wüste wird die Karawane von einem Sandsturm überrascht und auseinandergerissen. Mit letzter Kraft schafft es Rob, der nun unter dem Namen Jesse ben Benjamin reist, nach Isfahan. Dort lernt er Ibn Sina kennen und wird in seine Schule aufgenommen. Er saugt den Unterricht auf, ist hilfsbereit und lernbegierig. Er scheint am Ziel seiner Reise angekommen zu sein, doch das Abenteuer hat gerade erst begonnen. Undurchdringliche Machtspiele, verheerende Krankheiten, tödliche Versuchung und eine verhängnisvolle Liebe warten auf ihn.

Der Medicus basiert auf dem gleichnamigen Buch von Noah Gordon. Die Idee des Buches wurde im Film zwar aufgegriffen und auch viele Charaktere, die im Buch vorkommen, findet man im Film wieder. Aber die eigentliche Geschichte im Film weicht sehr von der des Buches ab, daher sollte man sich von der Geschichte des Buches komplett los sagen, um den Film genießen zu können. Die Landschaftsaufnahmen sowohl von England, als auch der Wüste, sind wunderschön, wobei die Wüste schon fast aussieht, als wäre sie durch den Weichzeichner gezogen worden und der Sandsturm computeranimiert. Alles in allem ist es ein schöner Film, auch wenn ich auf die Liebesgeschichte hätte verzichten können.