Oldboy

Trailer

Der Film Oldboy basiert auf der Vorlage des gleichnamigen südkoreanischen Films aus dem Jahre 2003. Das Original habe ich nicht gesehen und wusste daher auch nicht, was auf mich zu kommt, als ich das amerikanische Remake gesehen habe.

Joe Doucett, ein egoistischer Alkoholiker, ist nur an seiner nicht vorhandenen Karriere interessiert. Als seine Ex-Frau ihn auf der Arbeit anruft und ihm sagt, dass er gefälligst zum 3. Geburtstag seiner Tochter kommen soll, hat er nicht einmal ein müdes Lächeln übrig. Wenn er schon nicht kommt, soll er wenigstens endlich den Unterhalt bezahlen. Am Abend läuft auch das Geschäftsessen aus dem Ruder. Als er sich an die Frau des potenziellen Klienten ranmacht, hat das fatale Folgen. Nicht nur, dass er zusammengeschlagen wird, er weiß auch, dass er damit seinen Job verloren hat. Betrunken und torkelnd läuft er im strömenden Regen durch die Straßen zu seiner Stammkneipe. Dort angekommen, wird er von einer jungen Asiatin aufgegabelt und mitgenommen.

Am nächsten Morgen wacht er in einem vermeintlichen Hotelzimmer auf. Schnell merkt er, dass er dort eingeschlossen und seine vermeintliche Eroberung nirgends zu finden ist. Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist das Essen, dass er von einer stummen Person durch eine Katzenklappe bekommt und das TV-Programm. So erfährt er, dass er wegen Vergewaltigung und Mord an seiner Frau gesucht wird und dass seine Tochter von einem liebevollen Ehepaar adoptiert wurde. In der Zelle fristet er sein Dasein. Nur durch das Fernsehen bemerkt er, wie die Zeit vergeht. Nach Jahren fasst er den Entschluss, etwas zu unternehmen. Er fängt an vor dem Fernseher Sport zu treiben und seiner Tochter Briefe zu schreiben. Außerdem bricht er in mühsamer Kleinstarbeit Steine aus der Mauer in der Dusche. Endlich, nach 20 Jahren Gefangenschaft – ironischer Weise an dem Tag, an dem er fliehen will – wird er frei gelassen. Er wird betäubt und wacht in einer Truhe auf einer Wiese auf. Von dem Punkt an ist er besessen davon, seine Tochter zu finden und seine Unschuld zu beweisen. Außerdem schwört er Rache an dem, der ihm das angetan hat. Sein alter (Schul-) Freund aus seiner Stammkneipe, Chucky, und die junge Sanitäterin Marie helfen ihm dabei.

Der Film ist verstörend. Auch die Brutalität mit der Joe vorgeht, um seine Gefangenschaft zu rechen, ist beachtlich. Einem Menschen mit einem eingerosteten Teppichmesser den Kopf abschneiden zu wollen, hat etwas sehr sadistisches. Für jemanden, der seinen Namen rein waschen will, tötet er auf dem Weg dorthin unnötig viele Menschen. Dennoch pflanzt der Film in einem den Gedanken, was man selber tun würde, wenn man an Joes Stelle wäre. Das Ende ist eine Mischung aus Ekel, Zweifel, Überraschung und Faszination darüber, wozu ein Mensch fähig sein kann.

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