Captain Phillips

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Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt der Film die Geschichte der Entführung des Frachtschiffs Maersk Alabama und dessen Crew und Kapitän – eben Captain Phillips.

An einem trüben Tag macht sich Kapitän Phillips auf den Weg zu seinem nächsten Auftrag. In Vermont verabschiedet er sich von seiner Frau und steigt ins Flugzeug Richtung Afrika. Dort soll er die mit Hilfsgütern beladene Maersk Alabama über Dschibuti von Oman nach Kenia bringen – an der Küste Somalias entlang. Zur gleichen Zeit besuchen bewaffnete Männer ein afrikanisches Dorf, um sich unter den Freiwilligen Männer für eine Mission zusammenzusuchen. Während Kapitän Phillips die Leinen los macht und die Sicherheitsvorkehrungen – auch gegen Piraten – überprüft und verschärft, stechen die Männer in zwei unscheinbaren Fischerbooten in See. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die beiden aufeinandertreffen und es ist von Anfang an klar, dass das nichts Gutes bedeutet.

Von der ersten Minute an hat man ein beklemmendes Gefühl. Ein Gefühl der Anspannung und Nervosität. Schon bei den Vorbereitungen im eigenen Heim und während der Autofahrt zum Flughafen merkt man, dass dies keine gewöhnliche Fahrt ist. Die projizierte düstere, angespannte Stimmung steht im krassen Gegensatz zur anfänglichen bildlichen Urlaubsidylle Afrikas und wird durch die Musik noch verstärkt. Die Mischung aus Unruhe, Unerfahrenheit und Hektik der Piraten und dem inneren Kampf des Kapitäns, der sich um Ruhe und Gelassenheit bemüht und immer den Kompromiss sucht, packt den Zuschauer und lässt ihn bis zur letzten Minute nicht mehr los. Die Länge des Films trägt dazu bei, dass man am Ende die Zermürbtheit der Betroffenen am eigenen Leib spüren kann. Ein durch und durch gelungener Film.

Chasing Ice

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Wow! Was für ein beeindruckender Film!

In diesem Dokumentarfilm begleitet der Zuschauer James Balog und sein Team. In Island, Grönland, Alaska und Montana werden Kameras aufgestellt und montiert, die so ausgerichtet sind, dass anhand der entstandenen Bilder der Rückgang der Gletscher aufgezeigt werden kann. Das Ziel ist es, offen zu legen, dass globale Erwärmung und die damit verbundenen klimatischen Veränderungen auf dieser Erde real sind und nicht mehr schön geredet werden können.

Die Schönheit der dokumentierten Landschaft ist unbeschreiblich. Das eingefangene Licht über dem ewigen Eis ist atemberaubend. Zu sehen wie ein fünf-Fußballfelder-großes Stück eines Jahrtausende alten Gletschers einfach zusammenbricht ist Faszination und Schock gleichzeitig. Zu sehen, wie weit ein Mann geht, um sein Ziel zu erreichen, seine Gesundheit aufs Spiel setzt und trotz Momenten der Verzweiflung die Hoffnung nicht verliert, ist mehr als eindrucksvoll.

Chasing Ice ist ein Film, der lange nachklingt, der zum Nachdenken anregt und dazu führt, die eigenen Ansichten und Handlungen in neuem Licht zu sehen. Unbedingt sehenswert – und sei es nur, um unvergessliche Landschaftsaufnahmen zu sehen!

Mach’s grün!

Als forestmaster liegt mir das Wohlergehen des Waldes sehr am Herzen. So freue ich mich über jedes neue Pflänzchen, dass sein kleines Köpfchen aus dem Boden steckt, um zu wachsen und zu gedeihen. Irgendwann als ausgewachsener Baum wird er mir nach einem langen Spaziergang bei meiner Rast oder einem Picknick Schatten spenden oder mich vor einem Regenschauer schützen. Auch damit Elfen, Kobolde und Klabauter, Feen und Zwerge weiterhin ein zu Hause haben, ist es wichtig, dass wir unsere Wälder und die Natur schützen. Deswegen – macht’s grün!

The Fifth Estate

The Fifth Estate

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, dass jemand einen Film über Julian Assange und WikiLeaks macht. Besonders nach dem Erfolg, den Mark Zuckerbergs Geschichte in The Social Network erzielte. Nun ist also Inside Wikileaks – The Fifth Estate in die Kinos gekommen. Da ich mich nur sehr oberflächlich mit WikiLeaks beschäftigt hatte und auch erst darauf aufmerksam wurde, als Assange wegen sexuellem Missbrauch angeklagt wurde, war ich am Anfang des Films überfordert, da der Film dort endet, wo mein halbherziges Wissen anfängt.

Der Film beginnt mit dem Zusammentreffen von Julian Assange und Daniel Domscheidt-Berg und entwickelt die Geschichte von da. Sie ist schnelllebig, lässt keine Pause, daher kommt keine Langeweile auf. Was auch mit der Rastlosigkeit der Hauptperson zu tun hat. Assange ist immer am Routieren. Man merkt, dass er sich nicht gehen lassen kann. Er denkt immer an seinen nächsten Schritt, kommt nicht zur Ruhe – selbst nicht, wenn er sich scheinbar gelöst auf der Tanzfläche bewegt und tatsächlich einmal lacht. Er ist keine sympathische Hauptfigur, kein strahlender Held, ist unangenehm gewöhnungsbedürftig und sehr egozentrisch und misstrauisch. Er kümmert sich nicht darum, was andere sagen oder denken. Er will seine Vorhaben so durchsetzen, wie er will, auch auf Kosten anderer. Dabei übergeht er die Meinung seiner Mitstreiter. Sie müssen sich nach ihm richten, nicht er sich nach ihnen. Was die Verkörperung von Julian Assange angeht, hat Benedict Cumberbatch eine hervorragende Leistung erbracht.

Trotz allem habe ich mich am Ende gefragt, was ich mir gerade angeschaut habe. Der Film gibt zwar einen guten Überblick über die Machenschaften von WikiLeaks, aber mehr auch nicht. Er hinterlässt keinen bleibenden Eindruck und gibt auch keinen tieferen Einblick in die Person Julian Assange. The Fifth Estate ist eine Abwechslung zu lauten Baller-Action-Thrillern, aber wer einen tiefgründigen Dokumtentarfilm erwartet, wird maßlos enttäuscht.